Mozilla wendet sich von Firefox OS ab

Die Mobile-Trauben, die er nie ernten konnte, sind dem Feuerfuchs zu sauer geworden. Nun sucht er im Internet der Dinge nach neuer Beute. Der Mozilla-Mann Gerorge Roter hat am Freitag in einem Blogpost offiziell bekannt gegeben, dass das Open-Source-Betriebssystem für Mobilgeräte Firefox OS ab der Version 2.6 - beziehungsweise ab dem kommenden Mai - nicht mehr weiterentwickelt wird.
 
Gleichzeitig wird der Firefox Marketplace zurückgefahren. Dort findet man gegenwärtig noch Apps nicht nur für das Firefox OS sondern auch für die Desktop- und Android-Versionen des Firefox-Browsers. Laut Roter werden ab dem 29. März nicht nur keine neuen Apps für den Browser mehr aufgeschaltet, sondern auch alle bisher vorhandenen Apps, die nicht das Firefox OS unterstützen, entfernt. Irgendwann im Jahr 2017 - der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest - werden dann auch keine Firefox-OS-Apps mehr angenommen.
 
Mozilla hatte die Strategieänderung bereits Anfang Dezember angedeutet, klärt nun aber mit dem neuen Blogpost die Lage.
 
Auf dem Markt für mobile Betriebssysteme, so Roter, habe man sich gegenüber den etablierten Betriebssystemen und angesichts des existierenden App-Ökosystems immer in der Rolle des Nachzüglers befunden. Die Chancen, dass Hersteller das Firefox OS für ihre Smartphones verwendeten, seien daher schlecht gewesen. Deshalb habe man sich dazu entschieden, alle personellen Ressourcen auf das neue grosse Ziel zu konzentrieren, Firefox und die Open-Source-Idee im "Connected Devices"-Umfeld, beziehungsweise im Internet der Dinge zu etablieren. In diese Bemühungen sollen auch bereits entwickelte Teile des Firefox OS einfliessen.
 
Mozilla hatte das Firefox OS 2013 erstmals auf den Markt gebracht. Das Ziel war es, eine Open-Source-Alternative zu Handy-Betriebssystemen wie iOS, Android und Windows Phone zu etablieren. (hjm)