Schweizer Online-Shopper zahlen am liebsten per Rechnung

Der E-Commerce-Barometer der Post.
 
Studien zum Schweizer E-Commerce und zum Verhalten der Schweizer Online-Shopper erreichen uns gegenwärtig recht häufig. Die neuste stammt von der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und der Schweizerischen Post und befasst sich unter anderem damit, welche Eigenschaften User an Online-Shops schätzen und welche nicht.
 
Die Post versucht ja gerade, ihre mobile Payment-Lösung "Twint" als weitere Bezahlalternative bei Online-Shops zu etablieren. Und siehe da: "Zweckmässige Bezahlabwicklung" ist bei Online-Shops das Kriterium, das der Löwenanteil der Umfrageteilnehmer (93 Prozent) als wichtig einstuft. Dahinter folgen Shop-Zertifizierungen (83 Prozent), Kundendienst (76 Prozent) und kostenlose Retouren (75 Prozent).
 
Dies ist Wasser auf die (Twint-)Mühlen der Post, ein anderes Resultat etwas weniger: Als Bezahlungsmöglichkeit schätzt der grösste Teil der User (75 Prozent) weiterhin die gute alte Rechnung. Die Kreditkarte (68 Prozent) folgt relativ dicht dahinter, PostFinance-Debitkarte (33 Prozent), Paypal (28 Prozent) und Vorauszahlung (16 Prozent) schon mit einigem Abstand. Gar nicht oder kaum genannt werden Mobile Guthaben/Telefonrechnung und Bitcoins. (Mobile Apps bzw. Mobile Payment tauchen in der Liste nicht auf.)
 
Die meistgenannten Gründe für einen Abbruch einer Bestellung sind "Keine Lieferung in die Schweiz" (56 Prozent), versteckte Kosten (46 Prozent), bevorzugte Zahlungsmöglichkeiten, die nicht angeboten werden (45 Prozent), Registrierungszwang (43 Prozent), mangelnde Verfügbarkeit eines Produkts (33 Prozent) und schlechte Benutzerfreundlichkeit des Shops (31 Prozent).
 
Laut weiteren Resultaten der Umfrage wünscht sich jeweila mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie Sendungen online verfolgen können, dass das Eintreffen angekündigt wird oder an einem Wunschtermin erfolgt. Eine Zustellmöglichkeit am Tag der Bestellung findet dagegen gegenwärtig noch weniger als ein Viertel der Befragten wichtig.
 
Bei der Kundenbeteuung ist einer Mehrheit der Befragten E-Mail (87 Prozent) und Telefon (61 Prozent) wichtig. Neuere Kommunikationswege wie Live-Chat (13 Prozent) oder Social Media (3 Prozent) befinden sich am anderen Ende der Skala.
 
Für die Befragung wurde ein Online-Fragebogen verwendet, der über der Privatkunden-Newsletter der Post verbreitet wurde. Die Stichprobe ist also nicht repräsentativ. Die Befragung fand von Ende Oktober bis Anfang September 2015 statt. Für die Auswertung wurden15'000 vollständige Antworten berücksichtigt. (hjm)