Ist Banken-Schreck Dyre am Ende?

Dem russischen Geheimdienst ist vergangenen November ein Coup gegen die Infrastruktur des Banking-Trojaners Dyre gelungen. Gemäss Analysten von IBM und Dell ist die Malware, die letztes Jahr für ein Viertel aller Bank-Betruge verantwortlich war, seitdem praktisch verschwunden, schreibt 'Heise.de'.
 
Auch in der Schweiz ist die Schadsoftware nicht unbekannt. Vergangenen Sommer hatte die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) vor dem Trojaner gewarnt. Anfang letzten Jahres seien Melani wöchentlich mehrere hundert Neuinfektionen gemeldet worden und es wurde vor der "lawinenartigen Verbreitung" von Dyre gewarnt. Symantec beschrieb Dyre als "gefährlichsten Trojaner für Finanzinstitutionen" und berichtete im Juli 2015, dass in der Schweiz in den zwölf Monaten davor rund ein Dutzend Schweizer Banken im Visier der Angreifer waren.
 
Über die aktuelle Ermittlung ist bis anhin noch nicht viel bekannt. Auch weiss man noch nicht, wer verhaftet wurde. Gemäss 'Forbes' handelt es sich jedoch um die Spitze der Dyre-Bande. Die Hacker haben mit der Malware mehrere Dutzend Millionen US-Dollar von Banken und Geschäften erbeutet. Ausserdem haben sie rund 1,5 Millionen Dollar von Einzelpersonen ergattert.
 
Wie die US-Zeitung weiter schreibt, seien die Verhaftungen am 18. und 19. November 2015 durchgeführt worden. Danach wurde es ruhig um Dyre und die Malware sei unproduktiv. Möglicherweise sei die Infrastruktur auch vollständig zerstört worden. Die russsischen Behörden geben sich wortkarg zu den noch laufenden Ermittlungen. Auf Anfrage von 'Forbes' haben sich auch weder das FBI noch Interpol zum Fall geäussert. Der Security-Spezialist Kaspersky habe bei den Ermittlungen geholfen. Es wird erwartet, dass sich das Unternehmen möglicherweise an der Analysten Konferenz, die derzeit stattfindet, noch zum Fall äussert. (kjo)