Helsana will nicht mehr mit Knip (Update)

Der Versicherer Helsana hat den Vertrag mit dem Zürcher Startup Knip aufgelöst. Knip ist eine Art digitaler Versicherungsmakler, der es erlaubt verschiedene Versicherungsprodukte in einer einzigen App zu bündeln. Das deutsche Branchenmagazin 'Versicherungsbote' veröffentlichte vor dem Wochenende das Helsana-Schreiben, das an Knip-Kunden geschickt wurde. "Wir stellen dem Online-Dienste keine Versicherungspolicen mehr zur Verfügung", heisst es darin. Kunden, die mit der App ihre Helsana-Policen verwalten möchten, müssen diese nun einscannen und selbst dem Startup zuschicken. Vor dem Vertragsende ist dies im Hintergrund abgelaufen und der Kunde musste nichts weiter machen.

Als Grund führt der Schweizer Versicherer auf, dass man "gesundheitsrelevante und damit persönliche Daten" nicht einem externen Dienstleister anvertrauen möchte. Zudem möchte man selbst mit dem Kunden kommunizieren um diesen "persönlicher und schneller beraten zu können". Gleichzeitig verweist Helsana auf die eigene App MyHelsana.

Knip-CEO Dennis Just ist mit der Begründung von Helsana nicht einverstanden. "Die Kunden werden durch gezielte Falschbehauptungen im Kundenanschreiben verunsichert, während gleichzeitig das hauseigene Portal auf verschiedensten Kanälen beworben wird", schreibt Just in einer Stellungnahme. Helsana lasse die Produkte mehrheitlich über Broker vermitteln, deren Verträge wohl nicht gekündet worden seien. Ausserdem betont der Knip-CEO, dass kein Versicherer gesundheitsrelevante Daten mit Knip – oder einem anderen Broker – teile. Update (16.02.2016): Hier widerspricht jedoch Helsana und schreibt auf Anfrage von inside-it.ch: "Die Behauptung, es würden keine gesundheitsrelevanten Daten mit Knip geteilt, entspricht nicht den Tatsachen. Gewisse Kunden haben aufgrund einer vorbestehenden, gesundheitlichen Beeinträchtigung auf der Police einen 'Leistungsausschluss' vermerkt, inklusive Angabe, seit wann dieser besteht. Dies sind gesundheitsrelevante und damit besonders schützenswerte Daten" (siehe auch Leserkommentar unten). Bezüglich der datenschutzrechtlichen Anforderungen im Versicherungsbereich hätte man mit Knip keine Lösung gefunden. Zudem sei man bei Helsana überzeugt, dass eine App dem Beratungsanspruch der Kunden nicht vollends Rechnung trage.

Wie 'Startupticker.ch' weiss hat Knip rund 2000 Helsana-Kunden. Doch der Umsatz mit Helsana bewege sich lediglich im vierstelligen Bereich und sei "ökonomisch nicht relevant", wird Just zitiert. (kjo)
 
Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde um die Stellungnahme von Helsana ergänzt.