Im Reisswolf: Fotoalbum­sortierung

Peter Wolf ärgert sich über die Sortierfunktion in Foto-Apps.
 
Es ist schon übel genug, dass man bei iPhones die geschossenen Bilder nicht benennen kann (beim BlackBerry konnte man jedem Foto rasch einen Dateinamen vergeben und es so mit der Suchen-Funktion blitzschnell wieder finden). So aber ist man gezwungen, seine Bilder mittels "Auswählen" und "Hinzufügen" in Ordner zu legen (eigentlich: zu Alben hinzuzufügen), die man dann wenigstens benennen und in ihrer Reihenfolge verschieben kann.
 
Das ist recht wichtig, wenn man abertausende Bilder auf dem Gerät hat und mit einigen davon in einer anderen App arbeiten will.
 
Nun gibt es aber etliche Apps, die einem sogar diese simpelste Art von Organisation vergällen. Und zwar, indem sie ihre eigene Sortierfunktion durchzwängeln.
 
Zwei besonders bescheuerte Beispiele in ansonsten recht brauchbaren Apps:
 
"KyCalc," zum Bilder-Verstecken und -Löschen, sortiert für den Bilderimport die Alben nach der Anzahl der darin enthaltenen Bilder – was absolut keinen Sinn ergibt, weil diese Anzahl sich durch den Gebrauch der App ja stetig verändert.
 
"MyMeasures," zum Vermassen von Distanzen auf Fotos, sortiert ebenfalls nach Füllstand des Albums, und zwar umgekehrt. Das heisst, die leersten Alben werden zuoberst aufgeführt und das Album, das naturgemäss am meisten Bilder drin hat und in dem auch automatisch das Bild landete, das man soeben aufgenommen hat ("Alle Fotos") ist dann: zuunterst in der Liste!
 
Und dann gibt es die unzähligen Apps, die "Alle Fotos" irgendwo zwischen allen anderen Alben verstecken. Und zu allem Übel ist dann darin auch noch das älteste Foto zuoberst aufgelistet! Endloses Scrollen ist die Folge.
 
Noch nicht mal die Facebook-App bringt es fertig, mir die Alben in derjenigen Sortierfolge zu präsentieren, die ich mir selber eingerichtet habe (ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass "populär" nicht automatisch "gut" heisst, jetzt, wo ich nicht mehr über die SBB-App lamentieren muss).
 
Peter Wolf (51) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.