Hacker legen mehrere Spitäler lahm

In Deutschland und den USA sind mehrere Fälle publik geworden, in denen Verschlüsselungs-Viren erfolgreich Systeme von Spitälern korrumpiert haben. Um zielgerichtete Angriffe handelte es sich dabei offenbar nicht. Vielmehr gingen die sensitiven Einrichtungen kleinen Cyberkriminellen als zufälliger Beifang ins Netz.

Am drastischsten betroffen war dabei offenbar das Hollywood Presbyterian Medical Center in Los Angeles. Ab dem 5. Februar fielen dem Personal Störungen in verschiedenen IT-Systemen auf, wie 'NBC' berichtet. Daraufhin mussten mehrere Systeme heruntergefahren werden.

Die Einschränkungen gingen so weit, dass die Belegschaft schliesslich per Fax kommunizieren musste. Patientenakten waren nicht mehr einsehbar, viele Patienten hätten in umliegende Spitäler verlegt werden müssen. Bis heute seien die Schäden nicht behoben. Als die Angreifer bemerkten, dass sie ein Spital im Netz hatten, versuchten sie dieses offenbar ordentlich auszuschlachten: Anstatt der üblichen paar hundert Dollar forderten sie 9000 Bitcoins oder fast vier Millionen Franken.
 
Ähnliche Fälle auch in Deutschland
Weitere Fälle sind in Deutschland bekannt geworden. So musste das Lukaskrankenhaus bei Düsseldorf ein britisches Sicherheits-Unternehmen heranziehen, um den Virus zu bekämpfen, berichtet 'Der Westen'. Die normale Patientenversorgung sei demnach gewährleistet, doch könnten nur noch einfache Eingriffe vorgenommen werden. Kompliziertes wie Herzoperationen müsse bis auf weiteres verschoben werden.

In der Region sollen sich noch zwei weitere Spitäler denselben Virus eingefangen haben. Allerdings wurde das erst im Nachhinein öffentlich bekannt. Denn in Deutschland müssen kritische Infrastrukturen IT-Schadensfälle zwar melden, doch sind die dafür gültigen Schwellenwerte laut 'heise.de' noch nicht definiert. (mik)