Kudelski trotzt Frankenschock


Trotz des Frankenschocks klingeln beim Verschlüsselungsspezialisten Kudelski die Kassen. Das Waadtländer Unternehmen hat im vergangenen Jahr den Umsatz gesteigert und dabei einen Gewinnsprung gemacht. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses habe das Unternehmen mit Kostenoptimierungen und verstärkten Anstrengungen im Verkaus gekontert , erklärte Firmenchef André Kudelski der Nachrichtenagentur 'sda'.
 
Der Umsatz des Unternehmens kletterte um 7,2 Prozent auf 950,8 Millionen Franken. Ohne Währungseffekte wäre Kudelski um 11,1 Prozent gewachsen. Der Betriebsgewinn (EBIT) legte gar um ein Drittel auf 81,2 Millionen Franken zu. Unter dem Strich schoss der Reingewinn beinahe um die Hälfte auf 49,3 Millionen Franken nach oben.
 
Erwartungen übertroffen
Damit hat Kudelski die eigenen Ziele übertroffen: Das Management hatte einen Umsatz zwischen 920 und 940 Millionen Franken und einen EBIT zwischen 70 und 80 Millionen Franken angepeilt. Auch die Erwartungen der Analysten wurden mehr als erfüllt. Nun will Kudelski die Dividende um 16 Prozent auf 35 Rappen je Inhaberaktie erhöhen. An der Schweizer Börse zog die Aktie in der ersten Handelsstunde um 4,7 Prozent an. Derweil lag der Gesamtmarkt SPI um 0,7 Prozent im Minus.
 
Neue Verträge in der wichtigsten Sparte
Bei der wichtigen Verschlüsselung von TV-Sendungen sei die Position mit einer Reihe neuer Verträge und Entwicklungen gestärkt worden. Die Sparte, die rund mehr als zwei Drittel zum Umsatz beisteuert, wuchs um gut 3 Prozent. Dieses Plus sei vor allem dank der aufstrebenden TV-Märkte gelungen. So hat Kudelski eine Reihe neuer Kabelnetzbetreiber und Satelliten-TV-Anbieter in Indien, Brasilien, Vietnam, China und Uruguay als Kunden gewonnen. Diese lassen ihre TV-Sendungen nun mit der Kudelski-Technik verschlüsseln, um Schwarzseher abzuhalten.
 
Die Sparte Zugangskontrolle beispielsweise für Parkhäuser, Skilifte und Sportstadien habe mit der Marke Skidata neue Märkte erobert. Kudelski nannte hier etwa Lettland, Botswana, Guatemala, Panama und Paraguay. Der Spartenumsatz stieg um gut ein Fünftel. Dazu trugen auch Zukäufe bei.
 
Für das laufende Jahr zeigt sich Kudelski zuversichtlich. Der Konzern peilt einen Umsatz von rund 1 Mrd. Franken und einen EBIT zwischen 75 und 90 Millionen Franken an. Man erwarte, dass der positive Trend anhalte. Letztmals hatte Kudelski im Jahr 2010 einen Umsatz von über einer Milliarde Franken erzielt. (sda/mik)