Tamedia wechselt von Exchange zu Google Apps

Beim Umbau der internen Prozesse hat Tamedia einen weiteren Schritt gemacht. Im Rahmen des "New Way of Working" genannten Programms sei Ende 2015 die Modernisierung der bisherigen Kommunikations- und Kollaborationsplattform mit Google Apps vor Works erfolgt, wie es jetzt in einer Pressemitteilung des Systemintegrators Wabion heisst. Die deutschen Spezialisten mit Filialen in Österreich und der Schweiz haben in einem rund sechsmonatigen Projekt Googles Cloud-basierten Office-Anwendung bei dem Verlag eingeführt. Adressiert werden damit aktuell 3'700 Konten und insgesamt rund 3'000 Mitarbeiter, wie Michael Gomez, Co-Geschäftsführer von Wabion Schweiz, zu inside-it.ch sagte.
 
In vier Phasen seien alle Email-Accounts, Kalender und Kontakte auf die neue Cloud-basierte Plattform migriert worden. Gestartet habe man im Mai 2015 mit der Konzeption, habe das neue Tool dann in der IT-Abteilung eingeführt, im Anschluss daran bei den ersten rund 10 Prozent der Mitarbeiter aufgeschaltet und schliesslich im November im gesamtem Medienkonzern ausgerollt.
 
Mit Google Apps for Work sei das bisherige Microsoft Exchange abgelöst worden, so Gomez weiter. Damit hat sich bei Tamedia die Google-Variante gegen Microsoft Office 365 durchgesetzt, da beide Tools evaluiert worden sind, worauf Rafael Corvalan, CIO des Verlagshauses, bereits Anfang 2014 in einem Interview mit der 'Netzwoche' hinwies.
 
Schweigen herrscht allerdings über die Konditionen des Auftrags. Jedenfalls will Gomez nichts dazu sagen, ob Google für den Einsatz seiner Cloud-basierten Office-Anwendung Sonderkonditionen gewährt hat. Die Frage ist deshalb interessant, weil Google bekanntlich seit geraumer Zeit aggressiv um neue Kunden für sein Unternehmens-Tool wirbt. Christoph Zimmer, Mediensprecher von Tamedia, lässt gegenüber inside-it.ch immerhin durchblicken, dass die Angebote von Microsoft und Google vergleichbar gewesen seien. Gomez verweist zudem auf die Medienmitteilung, laut der die Umstellung im Rahmen der von Tamedia angestrebten "Führerschaft im digitalen Markt" zu sehen sei. Das betreffe auch die internen Arbeitsweisen und Prozesse, die nun erstmals via Cloud unabhängig von Gerät, Netzwerk, Programm und Zeit funktionieren und damit von den Entwicklungen der zunehmenden Digitalisierung profitieren, wie es weiter heisst. (vri)