Toshiba schiesst smarte Brille kurz vor dem Launch ab

Toshiba hat den Lauch einer eigenen Computerbrille, der eigentlich in einer Woche hätte erfolgen sollen, abgesagt. Das "Wearvue TG-01" genannte Gerät war erst Mitte Januar angekündigt worden. Der japanische Elektronikkonzern wollte es vor allem als Arbeitsgerät, insbesondere für Lager- und Fabrikangestellte, platzieren.
 
Die Nachfrage sei an sich hoch gewesen, so ein Toshiba-Vertreter, darum habe man es sich lange überlegt, ob man das Produkt wirklich absagen wolle. Im Zuge des grossen Konzernumbaus, der nach den finanziellen Erschütterungen des letzten Jahres in die Wege gleitet wurde, wolle Toshiba aber seine Ressourcen nicht verzetteln. Anfang Februar hat Toshiba auch den geplanten Launch von teureren Versionen seiner Smartwatch abgesagt.
 
Der Markt für intelligente Brillen scheint steinig zu sein. Um Virtual-Reality-Brillen im Stile von Oculus Rift oder Samsungs Gear, die für Unterhaltungszwecke konzipiert sind und die User komplett in eine virtuelle 3D-Welt eintauchen, herrscht gegenwärtig ein grosser Hype. Um Augmented-Reality-Brillen à la Google Glass dagegen, die Informationen zu in der Umgebung des Users erkannten Objekten ins Gesichtsfeld einblenden, ist es eher still geworden. Obwohl es konkrete Anwendungen für Unternehmen gibt, sind die Verkaufszahlen klein und die eingesetzten Geräte stammen meist von kleineren spezialisierten Herstellern. Google selbst hat seine Brille schon vor rund vier Jahren erstmals vorgestellt, konnte aber bisher immer noch keine marktfähige Version präsentieren. (hjm)