Zuger Regierung muss Informatik-Organisation noch mal durchkauen

Die Nachwehen nach der fehlgeschlagenen Beschaffung einer Software für die Einwohnerkontrolle im Kanton Zug sind noch nicht ausgestanden: Die von der Regierung vorgeschlagenen Empfehlungen für künftige Informatikprojekte gehen dem Kantonsrat nicht weit genug. Er hat heute beschlossen, dass der Regierungsrat noch einmal über die Bücher muss.

Der Regierungsrat muss sich somit erneut mit dem Ablauf und der Kompetenzverteilung bei Informatikprojekten befassen. Die Rückweisung an die Regierung wurde mit 63 zu 11 Stimmen beschlossen.

Auslöser für die Informatik-Diskussion war die geplante Software für die Einwohnerkontrolle "ISOV". Ziel wäre es gewesen, eine Software zu schaffen, die auch in anderen Schweizer Gemeinden hätte eingesetzt werden können - eine Standardlösung für die Weitervermarktung.
 
Nachdem der Kanton Zug - beziehungsweise der Softwarelieferant IBM - sieben Jahre lang an einer Lösung gearbeitet hatte, gab die Regierung im Januar 2013 den Abbruch der Übung bekannt. Knapp drei
Millionen Franken waren bereits ausgegeben. Mehr zur Vorgeschichte finden Sie hier.

Der Entwicklungsstopp führte zu mehreren Vorstössen im Kantonsrat und schliesslich zur Bildung einer Kommission, welche die Hintergründe des Scheiterns untersuchte und Empfehlungen ableitete. (sda/hjm)