Schweizer ICT-Lernende zufrieden mit ihrer Wahl

Branchenzugehörigkeit nach Berufen: Die meisten Applikationsentwickler werden bei Finanz- und IT-Dienstleistern ausgebildet. (Quelle: ICT-Berufsbildung Schweiz)
Die Informatik- und Mediamatik-Lernenden im ersten Lehrjahr sind mit ihrer Berufswahl zufrieden. Dies zeigt eine von ICT-Berufsbildung Schweiz in Auftrag gegebene repräsentative Befragung unter etwas über 1000 ICT-Lernenden, die ihre Lehre 2015 angefangen haben. Insgesamt haben im August 2015 2400 Jugendliche eine Lehre in der Informatik und Mediamatik begonnen.
 
Demnach würden neun von zehn der Befragten eine Lehre im ICT-Bereich auch ihren Freunden weiterempfehlen. Für rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer kam keine andere Ausbildung in Frage. Je ein weiteres Viertel hat entweder eine Kaufmännische Lehre oder das Gymnasium als Alternative erwägt. Einer der Gründe für eine Lehre ICT-Bereich sind den Jugendlichen zufolge die guten Zukunfsaussichten, der Lohn spielt eine untergeordnete Rolle. Die Hälfte der Befragten absolviert gleichzeitig mit der Lehre die Berufsmatur. Im Vergleich dazu beträgt die Berufsmaturquote im gesamtschweizerischen Schnitt 13 Prozent.
 
Eine Mehrheit der ICT-Lernenden hat die Ausbildung bei einem IT-Dienstleister begonnen. Die übrigen Bereiche, wie Bildungsinsitutionen, Telekom, Finanzdienstleister oder öffentliche Verwaltung verteilen sich relativ gleichmässig. Im Gegensatz zur deutschsprachigen Schweiz überwiegt in der Westschweiz bei der Art der Ausbildung die Vollzeitschule. In der deutschsprachigen Schweiz wählten 93 Prozent der Auszubildenden die Lehre im Betrieb. Andere Ausbildungsarbeiten spielen nur eine marginale Rolle, wie aus der Befragung weiter hervorgeht.
 
Der Frauenanteil unter den ICT-Auszubildenden ist mit 14 Prozent nach wie vor sehr klein, steigt aber gemäss ICT-Berufsbildung Schweiz jährlich um etwa einen Prozentpunkt. Am kleinsten mit je acht Prozent ist der Anteil in den Bereichen Betriebsinformatik und Systemtechnik. Im Fachbereich Mediamatik beträgt der Anteil Frauen unter den Lernenden 41 Prozent.
 
Etwa die Hälfte der Lehrlinge möchte später in einem Grossunternehmen arbeiten. Ein Viertel erhofft sich eine Anstellung in einem Schweizer KMU. Diese wiederum bilden aktuell rund die Hälfte der ICT-Lernenden aus. Zudem haben knapp 20 Prozent der Befragten die Hoffnung, sich später selbstständig zu machen.
 
Wie ICT-Berufsbildung Schweiz weiter schreibt, wächst die Anzahl der ICT-Lehrverhältnisse überdurchschnittlich. In den vergangenen acht Jahren wurden über 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Dies sei zwar erfreulich, reiche aber nicht aus, um den wachsenden Fachkräftebedarf in der Schweiz zu decken. Unternehmen aus allen Branchen seien somit nach wie vor gefordert, genügend Ausbildungsplätze bereitzustellen. (kjo)