Startup ComfyLight vor der Bewährungsprobe

Gestern in Barcelona: Stefanie Turber und ComfyLight Marketing-Frau Kathrina Baumann
Die "intelligente Glühbirne" des Schweizer Startups ComfyLight wird im Mai oder Juni auf den Markt kommen.
Dann wird sich zeigen, ob das hoffnungsvolle Startup zu Recht vielfach ausgezeichnet worden ist.
 
Ausstellern am Schweizer Gemeinschaftsstand am Mobile World Congress in Barcelona steht ein Barhocker und ungefähr 40 Quadratzentimeter Stellfläche zur Verfügung. Auf der Fläche von ComfyLight gibt es eine Kartonschachtel mit zwei Stromsparlampen sowie eine Plexiglas-Scheibe, die so manches Startup gerne hätte: Es ist die Auszeichnung als Innovation Award Honoree der gigantischen US-Consumer Electronics Show CES.
 
ComfyLight will eine "intelligente" Glühbirne auf den Markt bringen. Sie enthält ein WLAN-Modul sowie einen Bewegungsensor und einen kleinen "Computer". Die Glühbirnen merken sich das Verhalten der Menschen und können dieses bei Abwesenheit simulieren. So kann man Einbrecher abschrecken. Ausserdem kann man die Glühbirnen als Überwachungsanlage und automatische Lichtschalter konfigurieren. Raffiniert: Der Bewegungssensor erkennt Hunde und Katzen und kann damit Fehlalarme vermeiden.
 
Finanzierung durch Startup-Preise
Die Auszeichnung der CES ist nur eine von vielen Startup-Awards, die das ETH-Spinoff eingeheimst hat. "Die Schweiz macht enorm viel für Startups," sagt Stefanie Turber, Mitgründerin und Chefin der unterdessen siebenköpfigen Firma.
 
2014 wurde ComfyLight mit dem 1. Preis des Swiss Startup und des BearingPoint Be.Project Award ausgezeichnet. Letztes Jahr folgte der DeVigier Award und der bayrische Business Plan Award. "Wir haben die Entwicklung zur Serienreife mit den Preisen finanziert," so Turber in einem kurzen Gespräch am MWC.
 
Produktionsstart mit Geld von Kickstarter
Startup-Preise sind das eine, der Erfolg am Markt etwas anderes. Diesen Mai oder Juni wird die mutige Startup-Crew rund um die Betriebswirtschafterin Turber und den IT-Ingenieur Markus Köhler herausfinden, ob ihre "intelligente Glühbirne" am Markt besteht. Denn dann werden die ersten Glühbirnen augeliefert. Der Beweis, dass das Produkt auf Interesse stösst, ist erbracht. Auf Kickstarter konnte ComfyLight 130'000 Euro einsammeln und damit in Produktion gehen.
 
Ein grosses Potential hat zweifellos die Zusammenarbeit mit Versicherern, die als Marketing-Kanal für ComfyLight dienen könnten. Ein Feldversuch mit Axa ist gemäss Turber erfolgreich verlaufen. (hc)