Aus Minicomputer wird Parallelrechner

Markus Boese (l.) und Mark Bonnekessel von der FH Münster bauten aus Raspberry Pis einen Parallelrechner (Foto: FH Münster/Pressestelle)
Der Raspberry Pi, der rund 40 Franken kostet, wurde bereits mehr als sieben Millionen Mal verkauft. Mit dem Mini-Computer wollen die Macher einen günstigen Rechner für kreative Köpfe zur Verfügung stellen. Anwendungsbeispiele gibt es zahlreiche ? vom automatisierten Katzenfutter-Napf über kleine Roboter bis hin zu Smart-Home-Lösungen. Die neuste Ausgabe des Bastel-Computers, "Raspberry Pi 2 Modell B", ist seit Anfang letzten Jahres auf dem Markt. Das Gerät ist mit einem vierkernigen ARMv7-Prozessor ausgestattet und hat 1024 MB Arbeitsspeicher. Ein Gigabyte RAM und vier Prozessorkerne mögen noch nicht beachtlich sein, aber sie bieten die Grundlage eines "Supercomputers".
 
Zwei Masterstudenten der Fachhochschule Münster haben aus eben solchen Mini-Computer im Kreditkartenformat einen Parallelrechner gebaut. Dieser setzt sich aus 70 Raspberry Pi 2 zusammen und verfügt somit über 280 Prozessorkerne.
 
Der Raspberry-Parallelrechner, in dem zudem 140 Meter Kabel stecken, wurde anschliessend von den beiden Studenten programmiert und eingerichtet. Künftig soll er als Modell dienen, auf denen Studierende wiederum lernen sollen, wie rechenleistungsintensive Probleme von vielen Prozessoren parallel bearbeitet werden können.
 
"Beispielsweise erfordert die Muster- und Spracherkennung oder Bildverarbeitung eine enorme Rechenleistung", so Boese. In einem Parallelrechner wird der Rechenaufwand auf viele Prozessoren verteilt, die gleichzeitig aktiv sind. Dadurch erhöht sich die Arbeitsgeschwindigkeit enorm. Doch muss dazu die Programmierung entsprechend angepasst werden. "Die Studierenden sollen überlegen, wie sie es schaffen, das Problem statt auf einem Rechner zu bearbeiten, auf 280 Prozessorkerne zu verteilen", erklärt Prof. Hans Effinger, der die Masterstudenten bei ihrem Projekt betreut hat. (kjo)