Ermittlern gelingt Schlag gegen Internet-Kriminelle im Darknet

Deutsche Sicherheitsbehörden haben zusammen mit Ermittlern in sechs weiteren europäischen Ländern – darunter der Schweiz – ein Netzwerk krimineller Internet-Handelsplattformen zerschlagen. Bei einer grossen Razzia wurden neun Personen festgenommen.
 
Die Aktion habe sich gegen mutmassliche Betreiber und Nutzer von Darknet-Foren gerichtet, über die unter anderem Waffen, Drogen, gefälschte Ausweise, Kreditkarten- und Bankdaten und illegale Dienstleistungen wie das Hacken von Computern angeboten worden seien, erklärten die federführenden Ermittler der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und des Bundeskriminalamts (BKA) heute.
 
Am vergangenen Dienstag und Mittwoch wurden in einer grossangelegten Aktion insgesamt 69 Wohnungen und Firmenräume in Deutschland und anderen Staaten durchsucht und neun dringend Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittlungen wurden in der Schweiz, in Bosnien-Herzegowina, Frankreich, den Niederlanden, in Litauen und Russland geführt.
 
Keine Festnahmen in der Schweiz
Acht der neun Festnahmen gab es in Deutschland. Mutmasslicher Hauptbetreiber von insgesamt drei Foren ist jedoch ein 27-jähriger bosnischer Staatsangehöriger, der in Bosnien-Herzegowina festgenommen wurde. Er soll für die Server- und Domain-Verwaltung sowie die Anonymisierung von drei Foren verantwortlich gewesen sein.
 
Die Fahnder stellten zahlreiche Drogen, Computer, Speichermedien, Waffen und Bargeld sicher. Die Beamten beschlagnahmten zudem Computer-Server in Frankreich, Litauen, Russland und den Niederlanden. Über diese Geräte wurden die kriminellen Internet-Marktplätze betrieben.
 
In der Schweiz kam es zu keinen Festnahmen, wie der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bestätigte. Die Eidgenossenschaft habe in den Ermittlungen eine koordinierende Rolle gespielt, sagte Sabine Zeilinger, Sprecherin des Bundesamtes für Polizei (fedpol), der Nachrichtenagentru. (sda/kjo)