Luzerner Behörden fordern Daten von tausenden Handybesitzern an

Nach der Vergewaltigung bei Emmen LU im Sommer 2015 sucht die Luzerner Staatsanwaltschaft weiter mit ungewöhnlichen Massnahmen nach dem Täter. Sie hat einen sogenannten Antennensuchlauf durchführen lassen: Sie überprüft mehrere tausend Handynummern und deren Besitzer, die zur Tatzeit bei einer Antenne in der Nähe eingeloggt waren.
 
Der Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, Simon Kopp, bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'sda' entsprechende Informationen des Lokalfernsehsenders "Tele 1". Antennensuchläufe sind hierzulande erst seit der letzten Revision der 'Verordnung über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs' (VÜPF) Anfang 2012 erlaubt.
 
Die Behörden verlangten die Herausgabe der Handydaten jener Geräte, die kurz vor, während oder nach der Tatzeit von einer Mobilfunkantenne in der Nähe des Tatorts registriert worden waren. Das Luzerner Zwangsmassnahmengericht habe einem entsprechenden Antrag stattgegeben, sagte Kopp.

Die entsprechende Liste umfasst gemäss dem Sprecher der Staatsanwaltschaft mehrere tausend Telefonnummern. Die Antenne in der Nähe des Tatorts liegt auch unweit einer Autobahn.

Nun sollen die Nummern und Besitzer in Kleinarbeit überprüft werden. Im Einzelfall könnten unter anderem Alibiabklärungen, Befragungen oder auch DNS-Tests durchgeführt werden, sagte Simon Kopp weiter.

Weil die Telefonnummern teilweise auf Firmen registriert sind, fordert die Staatsanwaltschaft die Unternehmen per Brief zur Herausgabe der entsprechenden Benutzernahmen auf. Die Briefe dazu seien in den vergangenen Tagen verschickt worden. (sda/hjm)