HyperFlex: Cisco bringt hyperkonvergenten Massenspeicher

Cisco stellt Massenspeicherprodukte für software-definierte Rechenzentren vor.
 
Der Netzwerk-Gigant Cisco schliesst eine Lücke in seinem Portfolio für den Bau von Rechenzentren. Er lancierte gestern am "Partner Summit in San Diego eine hyperkonvergente Storage-Appliance.
 
Das moderne Rechenzentrum
Ein Rechenzentrum besteht aus Rechnern, Massenspeicher und Netzwerk. Früher verwendete man vorwiegend getrennte Netzwerke für Rechner und Massenspeicher. Heute ermöglichen Data Center Fabrics ein einheitliches und nahtloses Netzwerk.
 
Virtualisierung abstrahiert die Hardware und ermöglicht software-definierte Rechner, Massenspeicher und Netzwerke. Es braucht aber immer noch Hardware, denn auch virtualisierte Rechner, Massenspeicher und Netzwerke sind auf echte Rechner, Massenspeicher und Netzwerke aufgebaut. Sie unterteilen oder kombinieren echte Hardware in logische, abstrahierte Hardware. Diese ist software-definiert und software-gesteuert. So wird eine regelbasierte Automatisierung ermöglicht. Software-definierte Rechenzentren sind ein Paradigmenwechsel, der auch Auswirkungen auf die Grundphilosophie, die Organisationsstruktur und die Anforderungen an Applikationen hat. Man geht bereits beim Data Center Design davon aus, dass Hardware ausfallen kann und stellt mittels Software sicher, dass auch bei Ausfall von Hardwarekomponenten keine Daten verloren gehen und der Betrieb nahtlos weiterlaufen kann.
 
Das (bisher) fehlende Puzzleteil
Cisco hat mit UCS (Unified Computing System) und ACI (Application Centric Infrastructure), seiner Data Center Fabric und seinem SDN (Software-Defined Networking) bereits den Grossteil der für ein software-definiertes Rechenzentrum benötigten Bauteile im Angebot. Was Cisco bisher fehlte, war ein Angebot im Bereich software-definierter Speicher. Mit HyperFlex schliesst nun Cisco diese Lücke.
 
HyperFlex ist eine Intel X86-basierte Appliance (Node), die einen dreistufigen Speicherzugriff bietet: Cache Memory, SSD und Hard Disk. HyperFlex funktioniert nach dem "file-level" Speicherprinzip. Der Zugriff erfolgt auf Dateiebene. Dies vereinfacht die Implementierung und den Betrieb, ist kostengünstiger und ermöglicht ein effizientes Deduplizieren und Komprimieren der Daten. Jedes Gerät verfügt über ein eigenes Betriebssystem und einen HyperFlex HX Data Platform Controller, der für das verteilte Dateisystem verantwortlich ist. Letzteres ermöglicht es, die Ressourcen mehrerer Geräte zu vereinen und diese zu einem transparenten Storage Pool (Cluster) zusammenfassen. Die Software dazu stammt von Springpath. Eine bedarfsorientierte Erweiterung ist sowohl auf Stufe Node durch Vergrösserung der Massenspeicher wie auch auf Stufe Cluster mittels Erhöhung der Anzahl Nodes problemlos möglich.
 
HyperFlex kommt in drei Grössen und es braucht mindestens drei Nodes pro Cluster. Ein Cluster lässt sich sowohl mit Speichernodes als auch Compute Nodes erweitern. Zielmarkt sind mittelgrosse Anwendungen. Unterstützt wird in der ersten Phase VMWare, es folgt aber schon bald Unterstützung für andere Virtualisierungsumgebungen wie Hyper-V und KVM.
 
Thomas Streit, Manager Fast IT Team, Cisco Systems (Switzerland) GmbH hebt die Bedeutung des neuen Produkts für Cisco hervor: "Es ist eine neue Ära im hyperkonvergenten Markt angebrochen, unsere HyperFlex Systeme erweitern die Cisco Data Center Architektur welche bereits über 50‘000 Kunden einsetzen. Es sollen keine neuen Silos geschaffen werden, die Plattform ist für den hyperkonvergierten Markt und die dafür geeignete Applikationslast optimiert. Einfach, effizient und skalierbar – das ist HyperFlex."

Der Markt
Cisco ist nicht der erste Anbieter mit einem vollständigen Angebot für software-definierte Rechenzentren und auch nicht der erste Anbieter für software-definierten Massenspeicher. Beide dieser Marktsegmente sind noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Man kann davon ausgehen, dass sich in beiden Marktsegmenten sowohl technisch wie auch preislich noch viel tun wird. Unter den Marktteilnehmern finden sich Firmen wie Nutanix, EMC, NetApp, HP, VMWare, Simplivity, Lenovo, Fujitsu, Huawei, Dell und Hitachi. (cj)