Kanton Zürich ändert Besteuerung von Startups

Der Kanton Zürich geht auf Forderungen von Startups ein. Bewertung des Firmenwerts in den ersten drei Jahren nach Substanzwert.
 
Startup-Gründern, denen es gelingt, Risikokapital zu mobilisieren, haben ein Problem. Denn der Investor kauft GünderInnen Anteile zu einem theoretischen Wert ab. Dieser wird nicht aufgrund des aktuellen Geschäftsgangs berechnet, sondern beruht auf dem Potential einer Firma. Berechnet man den Wert der Firma aufgrund des Preises, den Investoren für ihre Anteile bezahlt haben, so sind die GründerInnen – ohne je einen Rappen gesehen zu haben – plötzlich "reich". Und müssen entsprechend Vermögenssteuern bezahlen, obwohl sie meistens mit fast keinem Lohn auskommen und mehr oder weniger am Hungertuch nagen.
 
Der Kanton Zürich hat nun die Steuerregeln geändert. Der Wert von Startups wird nun in den ersten drei Jahren nicht mehr nach "Verkehrswert", sondern nach Substanzwert berechnet. Die GründerInnen, denen ja die Mehrheit an den Startups gehört, stehen damit gegenüber dem Steueramt nicht mehr als "reich" da. Bis zum sechsten Jahr nach der Firmengründung wird die Berechnung der Firmenwerte dann graduell an die Bewertung nach Verkehrswert angepasst. Die GründerInnen von Biotech-Firmen, wo enorm viel in lange Forschungszyklen investiert wird, profitieren zwei Jahre länger von der Berechnung nach Substanzwert.
 
Der Kanton Zürich geht damit auf eine seit längerem laut gewordene Forderung der Startup- und Hightech-Szene ein. Die Kantone Bern und Basel-Stadt kennen gemäss 'NZZ' bereits eine solche Regelung. Das Zürcher Steueramt will nun die Kantone dazu motivieren, eine Lösung für die Problematik auf Bundesebene zu suchen. (hc)