Die Schweiz von der innovativen Seite

CeBIT 2016 propagiert die "d!conomy". Foto: Deutsche Messe
"Wir werden an der CeBIT 2016 eine tolle Show aufziehen."
 
Die Schweiz wird in Deutschland mit (im besten Fall) knorrigen Älplern, Steuerhinterziehung und Bergen assoziert und eher weniger mit Innovation und Hightech. Mit dem Auftritt der Schweiz als Partnerland der CeBIT dürfte sich dies zumindest ansatzweise ändern. Denn die Schweiz vermarktet sich übernächste Woche am grössten Informatik-Anlass der Welt nicht nur als "home of digital innovation", sondern belegt den Anspruch auch. "Wir werden an der CeBIT 2016 eine tolle Show aufziehen," versprach ICT-Switzerland-Geschäftsführer Andreas Kälin gestern an einem Medienanlass in Zürich.
 
Einerseits wird eine ganze Reihe von Startups und etablierten Playern als Aussteller auf dem Gemeinschaftsstand oder in anderen Hallen ihre Produkte zeigen. Zu sehen gibt es Innovation ganz verschiedener Art: Von der intelligenten Gühbirne, über Ultra-Low-Power-Hardware für das Internet der Dinge von Nexiot, die Mobile Payment-Lösungen von Postfinance und SIX bis hin zu einer raffinierten Lösung für "Stromtankstelle-as-a-Service" von Microsoft und ABB. Man wird aber nicht nur Produkte zeigen, sondern mit Auftritten von fünf (!) Universitäten (EPFL, ETH, ZHAW, Uni Zürich und Univesità della Svizzera Italiana) eben auch einige der Quellen der Innovation. In die gleiche Richtung wird auch der Auftritt der Noser Gruppe zielen. Wie Gerry Moll von Noser Engineering gestern sagte, wird die Technologie-Gruppe in Hannover nicht Produkte, sondern das duale Bildungssystem der Schweiz zeigen. Die Noser-Gruppe hat zu diesem Thema viel zu sagen. Sie bildet aktuell etwa 60 Lehrlinge aus, was mehr als 10 Prozent der Belegschaft sind. Und sie leistet sich eine eigene Lehrlingsfirma: NoserYoung.
 
Doch es gibt nicht nur Stände, sondern eine dichte Serie von Expertentalks. Einige willkürlich herausgepickte Beispiele: Anton Fluri von der SBB zeigt, wie man den längsten Tunnel der Welt mit Informatik ausrüstet, Vitus Ammann von Monetas, wie man einen Startup lanciert und Professor Andreas Rüst von der ZHAW spricht über Business Cases und Sensoren.
 
Wirtschaft, Politik und Party
Der CeBIT Switzerland Summit schliesslich, ist eine Art "Elefantentreffen", der Schweizer und auch deutschen ICT- und Hightech-Industrie. Bundespräsident Schneider-Ammann tritt zusammen mit der deutschen Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka auf. Turing-Preisträger Niklaus Wirth wird sprechen, die Chefs von Bitkom und ICTSwitzerland, Thorsten Dirks und Ruedi Noser werden diskutieren und einige der wichtigsten Player in der Schweizer ICT-Industrie werden Statements abgeben. So Jack Ramsay von Accenture, Urs Rüegsegger von SIX, Urs Schäppi von Swisscom und Samuel Widmer von Google.
 
Nicht zu vergessen der soziale Teil: Bundespräsident Schneider-Ammann wird zusammen mit Vizekanzler Sigmar Gabriel die CeBIT an der "Welcome Night" eröffnen, es gibt am Tag darauf ein Networking Breakfast, später folgen Abschluss-Apéro und Swiss Pavilion Executive Reception.
 
Wer nicht dabei ist, dürfte einiges verpassen. Dem Vernehmen nach, soll es noch Tickets geben. (hc)