NDB-Datendieb wollte eine Million Franken

In rund zwei Wochen beginnt die Verhandlung gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Nachrichten Diensts des Bundes (NDB). Der Informatiker hatte Daten geklaut und wollte diese verkaufen. Der Fall ereignete sich im Frühsommer 2012 und flog mehrere Monate später auf, als der Informatiker versuchte bei der UBS ein Nummernkonto zu eröffnen. Aus der Anklageschrift geht nun hervor, dass der Beschuldigte rund ein halbes Terabyte Daten geklaut hatte und damit eine Million Franken verdienen wollte, wie '10vor10' berichtete.
 
Gemäss der Anklageschrift hat er "ein Offertenschreiben in englischer Sprache verfasst", wie 'SRF' zitiert. Darin hat er die von ihm kopierten Daten in einzelnen Tranchen für ab 100'000 Franken angeboten. An wen der Informatiker die Daten verkaufen wollte, ist nicht bekannt. Gemäss der Anklageschrift handelt es sich um "ausländische Stellen (ausländische Parteien oder Organisationen)".
 
Wie aus den Informationen zu der am 16. März beginnenden Verhandlung hervorgeht, ist der ehemalige NDB-Angestellte wegen qualifizierten politischen Nachrichtendienstes und versuchter Verletzung des Amtsgeheimnisses angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, als Mitarbeiter des Bundes an seinem Arbeitsort als geheim klassifizierte Daten elektronisch kopiert und zu sich nach Hause gebracht zu haben, in der Absicht, diese Daten Dritten zugänglich zu machen, respektive zu verkaufen.
 
Insgesamt hatte der Angeklagte damals 507,1 Gigabyte Daten auf externe Speichermedien kopiert. Darin enthalten seien Informationen über die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit mit ausländischen Diensten und Daten zu geheimdienstlichen Operationen. Kopiert habe er zudem sämtliche E-Mail-Postfächer und den Mailserver der internen und externen Kommunikation, inklusive des gesamten E-Mail-Verkehrs aller Mitarbeiter des NDB. Darunter befand sich demnach auch die Geschäftsleitung und die Direktion, wie gemäss 'SRF' weiter aus der Anklageschrift hervorgeht. (kjo)