Bewusster Fokus auf wenige E-Gov-Projekte

Im internationalen Vergleich hat die Schweiz aufgeholt, was E-Gov anbelangt. Doch daran alleine, sollte man sich nicht messen, so Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung des Bundes.
 
Im Rahmen der Info Society Days 2016, die heute und morgen in Bern stattfinden, gaben Vertreter der Politik und Wirtschaft einen Überblick, wie es denn um die Digitalisierung der Gemeinden, Kantone und den Bundesstellen steht. Behörden sind nicht nur gezwungen "mit dem Puls der Zeit zu gehen", wie es in der Programmübersicht heisst. Sie müssen zudem untereinander effizient und zeitsparend arbeiten und gleichzeitig die Wünsche der Endkunden und der Bevölkerung erfüllen.
 
Mit der kürzlich beschlossenen E-Government-Strategie fokussiere man bewusst auf wenige Projekte. Diese sollen für die Umsetzung von E-Government grundlegend sein, so Cédric Roy, Leiter Geschäftsstelle E-Government Schweiz. Es gehe auch darum, Projekte zu fördern und umzusetzen, die ein "nationales Multiplikationspotential haben", beispielsweise von mehreren Kantonen übernommen und eingesetzt werden können.
 
Im internationalen Vergleich holt die Schweiz auf
Im Vergleich mit dem Ausland, so Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung des Bundes (IBS), stehe die Schweiz im besseren Mittelfeld. "Lange waren wir im EU-Ranking zu E-Government auf den letzten Plätzen zu finden und mit jedem neuen EU-Mitglied rutschte die Schweiz noch ein Platz nach hinten." Doch dies habe sich klar geändert und die Schweiz habe im internationalen Vergleich deutlich aufgeholt.
 
Doch solche Rankings seien nicht die alleinige Messlatte, um die Fortschritte bei E-Government zu überprüfen. Viel wichtiger sei es, diejenigen Dienstleistungen zu liefern, die gefordert werden. Diese Bedürfnisse zu kennen, ist nicht einfach, gesteht Fischer ein. Ein Problem ist zudem, dass die Ansprüche nicht immer der Realität entsprechen und die Anspruchslandschaft äusserst heterogen sei. Allen könne man somit nicht gerecht werden, schon allein aus wirtschaftlichen Gründen.
 
Mit der E-Government-Strategie habe man deshalb bewusst wenige Projekte ausgewählt. Mit der Fokussierung auf wenige Projekte, könne man sich dafür intensiv mit diesen beschäftigen. Aktuell sind 56 Vorhaben in diesem Katalog aufgelistet. Wie der Moderator der Podiumsdiskussion Rudof Spiess, von der Schweizerischen Informatikkonferenz (SIK), anmerkte, ist das Programm sehr bundeslastig. Dies liege vor allem daran, dass diese E-Government-Projekte einen "starken Motor" benötigen, führt Fischer aus. Dazu gehören neben personellen auch finanzielle Ressourcen. Gemeinden und auch einige Kantone könnten diese Ressourcen zum Teil schwer aufbringen. Grössere Bundesämter hingegen, verfügten über die nötigen Mittel. Und der Bund könne nur dort beansprucht werden, wo er auch zuständig sei, wie Fischer weiter sagte. Zudem gehörten ja zum Planungsausschuss auch die Gemeinden und die Kantone, was den nötigen Ausgleich schaffe. (kjo)