PostFinance modernisiert Kernapplikationen mit Paranor (Update 10.3.)

Künftig werden bei der PostFinance die beiden Kernapplikationen für den Zahlungsverkehr und die Kundendaten von ihrem urpsrünglichen Entwickler Paranor gewartet und weiterentwickelt. Eine der beiden Applikationen soll zudem modernisiert werden. Der Auftrag, der auch den Support umfasst, ist zu einem Festpreis im Rahmen eines sogenannten "Outtasking" an den langjährigen Postfinance-Partner aus Wahlendorf gegangen. Konkrete Details zum Umfang des Auftrags wollte Adrian Kiener von der Paranor-Geschäftsleitung nicht bekannt gegeben. Es handelt sich bei den beiden Kernapplikationen aber um eine von Paranor in den 90er Jahren individuell für die Banken-Tochter der Post entwickelte Software. Die Modernisierung ist eine Übergangsmassnahme, aber kein Ersatz des 2013 gestarteten CBT-Programms (Core Banking Transformation) zur Erneuerung der Kernmodule der IT-Systemlandschaft (siehe Update weiter unten).
 
Bei der Modernisierung wird von Paranor erwartet, dass die technische Plattform auf einen neuen Stand gebracht wird, ohne die Verfügbarkeit der Anwendung zu gefährden. In dem Projekt würden neuste Oracle-Datenbanken deren RdB-Datenbanktechnologie ersetzen und Linux das Betriebssystem OpenVMS. Durchgeführt werden die Umbauten "bimodal", wie Paranor festhält.
 
Im ersten Modus geht es darum, die Applikation stabil und zuverlässig verfügbar zu halten. Zudem beinhaltet dieser Modus laut Paranor die Wartung und die Weiterentwicklung mit zwei Major-Releases jährlich, die Betriebssicherung und den Systemunterhalt. Im zweiten Modus werde gleichzeitig die Modernisierung mit agiler Softwareentwicklung und Continuous-Integration in einem sehr eng gesteckten Zeitrahmen durchgeführt. Dabei könne man nach jedem Scrum-"Sprint" eine lauffähige Software liefern. Für den Betriebsmodus komme nur hiesiges Personal zum Einsatz, für den Modernisierungsmodus auch das Offshore-Team von Paranor auf den Philippinen.
 
Update 10.3.2016: Adrian Kiener hat uns nach der Publikation dieses Artikels darum gebeten, die folgende Klarstellung anzufügen: Das erwähnte Outtasking laufe nur bis zum Zeitpunkt, an dem die heutigen Systeme durch das Programm CBT abgelöst werden. Das Outtasking sei nicht Bestandteil des Programms CBT und deute in keiner Art und Weise darauf hin, dass die sich im Bau befindende Lösung des Programms CBT nicht wie geplant produktiv gesetzt werde. Die in der Pressemitteilung erwähnte (technische) Modernisierung habe sich aus mehreren Gründen anerboten und rechne sich für den Zeitraum des Outtaskings. Nach dem GoLive von CBT würden die erwähnten Kernapplikationen von Paranor ausgeschaltet, auch die technisch modernisierte Applikation. (vri)