"Software Defined Mainframe" aus der Schweiz

Mainframe-Anwendungen im Container.
Das in Wallisellen ansässige Unternehmen Lzlabs hat heute in Partnerschaft mit Red Hat und Microsoft einen "Software-defined Mainframe" angekündigt. Damit könnten Unternehmen ihre Legacy-Systeme nahtlos auf eine Cloud-Plattform oder Linux-Systeme migrieren, verspricht Lzlabs.
 
Bis anhin sei es praktisch unmöglich gewesen, Legacy-Applikationen zu migrieren, ohne die Kompatibilität zu verlieren, erklärt Lzlabs- Vorstandschef Thilo Rockmann im Gespräch mit inside-it.ch. Die Kosten, die Applikationen neu zu programmieren oder um den Code umzuschreiben, seien zu gross. Es laufe ein Grossteil der essentiellen Applikationen, wie Kundendatenbanken oder Transaktionssysteme, auf veralteten Systemen, was bei Migrationsprojekten ein zusätzliches Risiko darstellt. Hinzu komme, dass diese über die Jahre hinweg weiterentwickelt wurden, zum Teil unterschiedliche Programmiersprachen enthalten, und sich so praktisch nicht mehr übersetzen lassen.
 
Der potentiale Markt für Lzlabs ist gross. 70 Prozent aller weltweiten Transaktionen laufen über ein Mainframe-basiertes System. Lzlabs wurde 2011 in der Schweiz gegründet und ist privat finanziert. Das Jungunternehmen beschäftigte zeitweise bis zu 100 Projektmitarbeiter. Derzeit befindet sich der Software-defined Mainframe noch in der Betaphase und man arbeite mit einem knappen Dutzend Pilotkunden in der Schweiz zusammen. Man hofft jedoch, die Betatestphase noch in diesem Jahr abschliessen zu können.
 
Für die Ablösung von Mainframes hat Lzlabs einen "Managed-Software-Container" entwickelt. Der Container packt die Anwendungen, wie etwa ausführbare Dateien und die dazugehörenden Daten ein. So können diese von Mainframes auf Red Hat Linux Enterprise oder die Azure-Cloud migriert werden. Dabei bleibe die Software unverändert. Dies soll sicherstellen, dass die Anwendungen in der neuen Umgebung laufen und biete gleichzeitig einen neuen Ansatz für die Weiterentwicklung.
 
Noch könne nicht jede Lösung so migriert werden und die Zielumgebung ist auf Microsoft Azure oder Linux-basierte Systeme beschränkt. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Migration später auch auf andere Zielumgebungen wie AWS möglich werde. Diese möglichen Weiterentwicklungen hängen auch von den ersten Testkunden ab, so Rockmann. (kjo)