Telcos erneuern Verhaltensrichtlinien zur Netzneutralität

Die grossen Telekom-Anbieter der Schweiz, Salt, Sunrise, Swisscom und upc Cablecom sowie der Kabel-Anbieterverband swisscable haben ihre "Verhaltensrichtlinien" bezüglich Netzneutralität erneuert. Zudem hat neu auch der Telekomverband asut die Richtlinien unterzeichnet.
 
Diese enthalten einige hehre Grundsätze sowie eine Reihe von wichtigen Ausnahmen. Die unterzeichnenden Firmen verpflichten sich "keine Internetdienste und -Anwendungen zu sperren und weder die Informations- noch die Meinungsäusserungsfreiheit beschränken". Allerdings schliessen die Firmen "Verkehrsmanagementtechniken", die unter anderem dazu dienen, "die Dienstqualität von spezifischen Anwendungen, welche dies erfordern...". nicht aus.
 
Auch ist in den Richtlinien nur davon die Rede, keine Internetdienste zu sperren. Davon, dass diese auch nur verlangsamt werden können, ist nicht die Rede.
 
Es geht um Netzneutralität. Damit gemeint ist das Prinzip, dass Carrier jegliche Art von Internetverkehr gleich behandeln sollten. Das Prinzip ist umstritten, denn einige Internetdienste wie Youtube und Netflix generieren einen riesigen Datenverkehr. Telekomprovider müssen die Infrastruktur dafür zur Verfügung stellen, profitieren aber nicht. Andererseits garantiert nur Netzneutralität die Meinungsfreiheit im Netz. (hc)