Urner Regierung will einheitliche Steuersoftware

Nach positivem Echo aus den Gemeinden will die Urner Regierung für die kantonale Verwaltung und die 18 Gemeindesteuerämter eine gemeinsame Steuersoftware anschaffen. Für die Vereinheitlichung der Daten beantragt sie dem Parlament einen Kredit von 1,2 Millionen Franken.

Weil einzelne Arbeiten bereits 2016 anfallen, legt der Regierungsrat ausserdem für das laufende Jahr einen Nachtragskredit von 150'000 Franken vor. Die Daten aus den Gemeinden sollen im Sommer 2017 migriert werden, wie es in dem am Freitag publizierten Antrag ans Parlament heisst.

Mit der Vereinheitlichung sollen die Steuerbehörden im Kanton effizienter arbeiten und einfacher zusammenarbeiten können. Zur Anwendung kommen soll die Steuerlösung NEST, die auch von elf weiteren Kantonen und vielen Gemeinden verwendet wird. In Uri arbeiten bereits der Kanton sowie acht Gemeinden damit. Die Software deckt die Daten von über zwei Dritteln aller steuerpflichtigen im Kanton ab.

Das Steuerwesen ist im Kanton Uri heute dezentral organisiert. Die unterschiedlichen EDV-Systeme ermöglichten keinen durchgängigen Prozess von der Registerführung über die Steuererklärung und Veranlagung bis zum Steuerbezug und dem Inkasso, heisst es in dem Bericht. Eine Optimierung sei deswegen nicht möglich. Der zunehmende Einsatz von modernen Kommunikations- und Informationstechnologien erfordere aber eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Behörden.

Eine Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass die heutigen Unzulänglichkeiten mit einer gemeinsamen Steuersoftware eliminiert werden könnten. Der gesamte Steuerprozess könne dann auf einer zentralen Steuerlösung erledigt werden. Zudem könnten dann gezielt Aufgaben zwischen dem Kanton und den Gemeinden verschoben werden, um den Steuerprozess zu optimieren.

Die Finanzdirektion wird in einem nächsten Schritt die Projektorganisation festlegen. Die erste Projektphase - die Schaffung einer gemeinsamen Datenbasis - soll bis Ende Jahr 2017 dauern. Der Verpflichtungskredit ist auf dieses erste Teilprojekt beschränkt. Weitere Lösungsansätze sollen erst nach erfolgreichem Abschluss der ersten Projektphase umgesetzt werden. (sda/mik)