Microsoft-Rückzieher bei Win7/8-Support

Nun doch: Auch auf PCs mit Intel-Prozessoren der sechsten Core-Generation erhalten die beiden Betriebssysteme alle wichtigen Security-Patches bis 2020 respektive 2023.
 
Mitte Januar hat Microsoft angekündigt, Windows 7 und 8.1 nur noch für PCs mit Prozessoren der letzten Generation bis zum vorgesehenen Supportende im Januar 2020 (Win7) respektive 2023 (Win8.1) voll zu unterstützen. Auf Geräten mit den aktuellen "Skylake"-Prozessoren von Intel dagegen sollte der Support schon lange vorher stark eingeschränkt werden. In Produktbeschreibungen werden diese Intel-CPUs meist als "Core Prozessoren der sechsten Generation" bezeichnet. Für solche Geräten sollte es ab Mitte Juli 2017 nur noch Patches für die allerschlimmsten Sicherheitslücken geben.
 
Zwei Monate später erfolgt nun ein teilweiser Rückzieher. In einem neuen Blogpost hat der Microsoft-Mann Jeremy Korst angekündigt, dass die Deadline für die Supporteinschränkung für Skylake um ein Jahr auf den 17. Juli 2018 nach hinten geschoben wurde. Ausserdem und wohl noch wichtiger: Auch nach dem 17.Juli 2018 sollen nun bis zum Ende der Extended-Support-Periode doch alle wichtigen Security-Patches für Win7 und Win8.1 ausgeliefert werden.
 
Microsoft hatte im Januar versucht, seine Ankündigung als grosses Entgegenkommen an Unternehmen zu kaschieren, die noch Zeit für den Wechsel zu Windows 10 benötigen. Mittlerweile dürften die Microsoft-Verantwortlichen von manchen Unternehmen gehört haben, was sie von diesem "Entgegenkommen" hielten.
 
Der Rückzieher schafft wieder deutlich mehr Zukunftsperspektiven für Unternehmen und auch Privatuser, die sich noch nicht für ein Upgrade auf Windows 10 begeistern können, aber trotzdem moderne PCs einsetzen wollen. Denn mit dem Versprechen, zumindest alle wichtigen Security-Patches zu liefern ändert sich nun nicht mehr viel im Vergleich zu dem, was Microsoft normalerweise während der Extended-Support-Periode anbietet.
 
Auf zukünftigen Geräten mit noch nicht erhältlichen CPU-Generationen von Intel, AMD oder anderen Herstellern scheint Microsoft aber weiterhin keinerlei Support für Windows 7 oder 8.1 anbieten zu wollen - zumindest hat Korst in seinem Blogpost keine Änderung der Absichten Microsofts in dieser Beziehung angekündigt. (hjm)