Ehemaliger Intel-Chef Andrew Grove gestorben

Ein Visionär des Silicon Valley ist tot: Andrew Grove, der langjährige Chef des Halbleiter-Riesen Intel, starb im Alter von 79 Jahren. Grove galt als eine der Pionierpersönlichkeiten des Silicon Valley. Mit der Arbeit an Microprozessoren stand er an der Wiege der Halbleiter-Revolution, die immer leistungsstärkere Chips lieferte und technologische Erneuerungen vorantrieb.
 
Andrew Grove liess sich an der amerikanischen Ostküste zum Chemie-Ingenieur ausbilden und zog danach an die University of California in Berkeley. Anfang der 60er Jahre ging er zur jungen Halbleiter-Firma Fairchild Semiconductors und leitete dort ein Forschungsteam, das Transistoren auf Silizium-Platten unterzubringen versuchte. Zudem arbeitete er mit dem späteren Intel-Gründer Gordon Moore zusammen.
 
1968 wechselte Grove zu Intel. Zunächst leitete er die Produktion, 1987 übernahm er die Konzernführung und galt dabei als harter Chef. Unter seiner Führung wandelte sich Intel von einem Hersteller von Speicherchips zum weltweit grössten Halbleiter-Produzenten. Nachdem er die Firmenspitze 1998 aus gesundheitlichen Gründen verliess, sass Grove noch bis 2005 dem Verwaltungsrat vor. Er starb am Montag, wie Intel ohne weitere Details mitteilte.
 
Flucht aus Europa
Geboren wurde er als András Gróf 1936 in einer jüdischen Familie in Budapest. Sein Vater wurde von den deutschen Besatzern in ein Arbeitslager geschickt, das er überlebte, András und seine Mutter wurden von einer Familie versteckt. Nach der Niederschlagung des ungarischen Aufstandes von 1956 durch die sowjetischen Truppen floh er nach Österreich und vor dort aus in die USA. (sda/kjo)