FBI kann iPhone vielleicht ohne Apples Hilfe entschlüsseln

Ein Prozess zwischen der US-Regierung und Apple um den Zugang zu Handy-Daten scheint zu platzen. Anwälte der Bundespolizei FBI erklärten gestern, mit Hilfe von Dritten sei möglicherweise ein Weg gefunden worden, ohne Zutun von Apple an die Handy-Daten zu kommen.
 
Das Gericht sei um Aufschub einer für heute angesetzten Verhandlung gebeten worden. Eine kalifornische Bundesrichterin verschob daraufhin Anhörung. Nach Angaben der US-Regierung werde es einige Zeit dauern, um zu prüfen, ob das Verfahren tatsächlich funktioniert. Sollte es klappen, bestünde keine Notwendigkeit mehr, Hilfe von Apple zu beanspruchen, hiess es. Man müsse zunächst noch sicherstellen, dass die Methode keine Daten auf dem Smartphone zerstören, zitiert die 'Washington Post' eine Sprecherin des Justizdepartements. "Wir bleiben vorsichtig optimistisch", sagte sie weiter. Demnach hat die Behörde nun bis zum 5. April Zeit, einen Bericht vorlegen.
 
Der iPhone-Hersteller und die US-Regierung liefern sich seit Wochen eine erbitterte Schlacht über die Frage, ob die Regierung Zugang zu den Daten bekommen muss. Apple sperrt sich, weil es den Datenschutz im Ganzen in Gefahr sieht. An der gestrigen Präsentation der neuen Apple-Produkte bekräftigte Konzernchef Tim Cook die Pflicht seines Unternehmens, die Daten seiner Kunden gegen den Zugriff der US-Behörden zu schützen. Unterstützt wird Apple in seinem Widerstand gegen die Forderung der Regierung von anderen Software-Giganten wie Facebook, Google und Yahoo sowie von Bürgerrechtlern. Mehrere Angehörige der Anschlagsopfer von San Bernardino stellten sich hingegen hinter die Regierung. (sda/kjo)