Apple "eine Firma mittleren Alters"

Auch wenn Apple mit dem Alter die jugendliche Frische einbüssen musste, gibt es lobende Worte zum vierzigsten Geburtstag.
 
Am 1. April feiert Apple sein 40-jähriges Bestehen. Wie so manches Jungunternehmen kämpfte der Konzern zu Beginn mit Finanzierungsproblemen ? diese sollen gar einmal mit dem Verkauf eines VW-Busses gelöst worden sein. Nun gehört das Unternehmen zu einem der umsatzstärksten überhaupt.
 
"Eine Firma mittleren Alters" - so bezeichnet 'Re/Code' den Konzern in einem Artikel zum 40-jährigen Bestehen des Konzern. Erwachsen oder alt zu werden, sei noch nichts schlechtes per se, doch langsam aber sicher merke man Apple an, dass es an jugendlicher Frische verliere. Als Beispiel nennt der Bericht die letzten Produktankündigungen. Das iPhone SE oder das neue iPad seien sicher solide Produkte, aber um Innovationen handle es sich dabei nicht. Stattdessen seien die Produkte sorgfältig geplant und reflektieren die Marktbedürfnisse ? ein Verhalten eben, dass man von einer "erwachsenen Firma" erwarten würde, so 'Re/Code' weiter. Beispielsweise weicht Apple mit dem iPhone SE von der langjährigen Hochpreisstrategie ab und reagiert so auf die Konkurrenz aus China.
 
Während Apple lange als innovativstes IT-Unternehmen überhaupt galt, scheint es nun eher hinterher zu hinken. So wurde die Virtual-Reality-Brille von Microsoft und nicht von Apple zuerst eingeführt. Dennoch könne man dem Konzern seinen Erfolg nicht abstreiten, betont Re/Code. So setzte der Konzern vergangenes Jahr nicht nur 234 Milliarden Dollar um, sondern es gibt unterdessen mehr als eine Million Apps, die speziell für das iPad programmiert wurden und es sind mehr als eine Milliarde Apple-Geräte weltweit in Gebrauch. Gleichzeitig aber, könne dieser Erfolg schnell zur Last werden, warnt die das seriöse US-Online-Magazin. Denn für dieses Ökosystem müsse irgendwann auch ein Legacy-Support aufrecht erhalten werden.
 
"Nicht mehr die gleiche Firma"
Auch Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Woz, bemerkt die Veränderungen des Konzerns über die Jahre. "Apple ist nicht mehr die Firme, die es einmal war", sagte er in einer kürzlichen Reddit-Fragerunde. Dabei bezog er sich insebsondere auf die Apple Watch, die vergangenes Jahr lanciert wurde. Mit der Uhr dringe der Konzern in den Schmuck-Markt vor, absolutes Neuland für den Tech-Konzern. Doch müsse ein Unternehmen eben dahin, wo der Markt ist, so Woz weiter. Wie viele smarte Uhren Apple bis anhin verkauft hat, kommuniziert der Konzern nicht. 'Business Insider' zufolge belief sich der Umsatz mit den Geräten vergangenen Herbst auf mindestens 1,68 Milliarden Dollar.
 
Langsamer wachsender Umsatz
Apple konnte in den vergangenen Jahren stets wachsen. Das Branchenmagazin 1316389'Techradar'-- schreibt CEO Tim Cook einen Grossteil der Verantwortung für das Wachstum zu. Cook stiess bereits 1998 zum Konzern und arbeitete zunächst in der Zulieferkette, später als COO. 'Techradar' zufolge ist Cook verantwortlich für Apples Expansion in den B2B-Markt. Nach wie vor stammt ein Grossteil des Umsatzes aus dem Hardwareverkauf, doch die Absatzzahlen wachsen immer langsamer und einzelne Analysten glauben, dass der Umsatz das erste Mal seit über drei Jahren, rückläufig sein wird.
 
Gleichzeitig aber konnte Apple insbesondere mit dem iPhone auch Unternehmenskunden gewinnen. Das High-End-Gerät habe sich in der Geschäftswelt schon beinahe als Standard-Gerät etabliert, schriebt 'Techradar'. Ähnliches könne man auch beim iPad beobachten, wobei der Konzern mit dem iPad Pro sehr gezielt die Unternehmenskunden anspricht. Zudem habe der Konzern in den vergangenen Jahren mehr Software für Systemadministratoren entwickelt, was das Gerätemanagement in den Unternehmen erleichtet. (kjo)