Switch will .ch-Verwaltung verteidigen

Im April schreibt der Bund die Verwaltung von .ch-Domainnamen neu aus, wie er gestern bekannt gegeben hat. Noch bis Mitte 2017 hat die Stiftung Switch das Mandat inne. Nun hat sie angekündigt, sich ebenfalls zu bewerben. Was für Auswirkungen hätte der Verlust dieser Tätigkeit auf die Stiftung?
Gut zwei Dutzend der hundert Mitarbeiter von Switch sind mit der .ch-Registratur beschäftigt. "Sechs sind für die Sicherheit verantwortlich", sagt Sprecher Roland Eugster gegenüber inside-it.ch. Bei Problemen könnten zudem sechs weitere Sicherheits-Spezialisten zugezogen werden.
 
Keine Rolle spiele hingegen, dass die Domain-Namen fast 24 Millionen Franken einbringen. Das ist mehr als die Hälfte des Gesamtertrags von knapp 38 Millionen Franken. Denn als nicht gewinnorientierte Stiftung betreibt Switch jedes Geschäft für sich getrennt, sagt Eugster. Resultiert aus einer Sparte ein Gewinn, wird dieser auf ein für ebendiese Abteilung eingerichtetes Konto geschoben, um mit ihm künftige Verluste ausgleichen zu können. Eine Querfinanzierung der Stiftungstätigkeiten findet somit nicht statt. Ein finanzielles Risiko gibt es damit nicht.
 
Zur Ausschreibung zeigt sich Eugster ohnehin optimistisch: "Es gibt sicher Konkurrenten, wir sind aber sehr zuversichtlich". Switch betreibt die Verwaltung der Domäne seit 1987 und bringe einen entsprechenden Erfahrungsschatz mit. Ein weiteres Plus ist laut Eugster, dass Switch auch das Hochschulnetzwerk betreibt. In diesen Datenverkehr habe Switch einen Einblick, der anderen verwehrt bleibt. Dadurch könne auch dort schädlicher Datenverkehr frühzeitig erkannt und bekämpft werden, was der Sicherheit der .ch-Domäne zu Gute komme. Ausserdem kann dieses über extrem hohe Bandbreiten verfügende Netzwerk im Fall eines Angriffs sehr hohe Datenmengen schlucken, etwa im Fall von DDoS, wie es jüngst bei einigen Online-Shops passiert ist. (mik)