Massnahmen gegen Cyber-Risiken laut Bundesrat auf Kurs

Die Schweiz will sich gegen Cyber-Risiken wappnen. Laut dem Bundesrat gehen die Arbeiten voran: Im vergangenen Jahr seien wichtige Ziele erreicht worden, heisst es im Jahresbericht, den der Bundesrat gestern zur Kenntnis genommen hat.

2012 hatte der Bundesrat die "Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken" beschlossen und ein Jahr später den Umsetzungsplan dazu verabschiedet. Bei der Mehrheit der Massnahmen seien die Arbeiten im Zeitplan, heisst es im Jahresbericht des Steuerungsausschusses.

Auch im Jahr 2015 habe sich gezeigt, dass die Risiken sehr ernst zu nehmen seien. Spionageangriffe, neue Arten von Malware, Datenabflüsse und Erpressungen mit DDos-Angriffen hätten deutlich gemacht, wie verletzlich der digitale Motor der Wirtschaft und Gesellschaft sei.

Als Beispiele nennt der Bericht die Spionageangriffe auf den Deutschen Bundestag und auf die Verhandlungen zum Atom-Abkommen mit dem Iran in Genf. Nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Wirtschaft und Gesellschaft werde es gelingen, die Schweiz besser vor Cyber-Risiken zu schützen.

Im vergangenen Jahr sind laut dem Bericht Risiko- und Verwundbarkeitsanalysen für kritische Sektoren durchgeführt worden - unter anderem für die Erdgasversorgung, die Stromversorgung, den Strassen- und Luftverkehr und die Lebensmittelversorgung.

Weiter wurde ein Lageradar entwickelt, der die verschiedenen Cyber-Bedrohungen gegen die Infrastrukturen der Schweiz visualisiert und deren Relevanz aufzeigt. Die Fachabteilung Cyber des Nachrichtendienstes hat gemäss dem Bericht Spezialwissen aufgebaut, das ihr erlaubt, Angriffe zu analysieren und mögliche Täter zu identifizieren.

Auch die internationale Zusammenarbeit wurde gestärkt. Im laufenden Jahr wird geprüft, wie wirksam die Massnahmen sind. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2017 vorliegen. Dann wird der Bundesrat über das weitere Vorgehen entscheiden. (sda/hjm)