24 Jahre Knast im Krieg der Banking-Trojaner

Die besten Zeiten von Banking-Trojaner SpyEye liegen schon länger zurück, bereits 2012 befand er sich auf dem absteigenden Ast. Inzwischen sind seine Urheber aufgeflogen. Ein US-Gericht hat den 27-jährigen Russen Aleksandr Andrejewitsch wegen Verschwörung zum Computer- und Bankbetrug zu neun Jahren und sechs Monaten verurteilt.
 
Der gleichaltrige Algerier Hamza Bendelladj muss für 15 Jahre ins Gefängnis. Er war für die Vermarktung von SpyEye verantwortlich, betrieb mit Hilfe des Trojaners ein Bot-Netz und stahl rund 200'000 Kreditkartennummern.
 
SpyEye konkurrierte mit dem Trojaner Zeus um die Gunst von Cyber-Kriminellen, die auch ohne technisches Fachwissen in der Lage sein wollten, Bankkonten zu plündern. Dazu soll Bendelladj in einschlägigen Foren animierte Werbeanzeigen geschaltet haben, in denen er SpyEye als "Zeuskiller" pries. Ganz falsch war das nicht, denn auf neu infizierten Rechnern erkundigte sich SpyEye jeweils als erstes, ob sich vielleicht schon die Konkurrenz eingenistet hat. Fand der Trojaner einen Zeus-Schädling, deinstallierte er ihn, weiss 'ZDnet'.
 
SpyEye war 2010 bis 2012 dominierend und soll laut FBI einen Schaden von einer Milliarde Dollar angerichtet haben. Weiter auf freiem Fuss ist Jewgenij Bogatschew alias Slavik. Er soll hinter dem berüchtigten Zeus-Trojaner stecken und später mit SpyEye kooperiert haben. Er gilt im FBI als meistgesuchter Cyberkrimineller. Hinweise die zu seiner Festnahme führen, werden mit drei Millionen Dollar belohnt. (mik)