Avaloq will 90 Millionen Franken von BSI

Der Zürcher Bankensoftware-Hersteller Avaloq fordert von seinem Kunden BSI 90 Millionen Franken. Dies berichtet die Zeitung 'Finanz und Wirtschaft' heute. Avaloq, respektive die Avaloq-Tochter B-Source, wird BSI als Kunden verlieren. BSI wurde von EFG International übernommen und wird per Anfang 2018 auf deren Kernbankenlösung umstellen. Diese stammt vom Genfer Avaloq-Konkurrenten Temenos.
 
Avaloq beruft sich gemäss dem Bericht auf ein Eigentümer-Abkommen zwischen BSI, B-Source und Avaloq. B-Source gehörte ursprünglich ganz der Tessiner Privatbank BSI. Im Sommer 2011 kaufte Avaloq 51 Prozent an B-Source. Diesen Februar übernahmen die Zürcher die restlichen 49 Prozent am Tessiner Banken-Outsourcer.
 
BSI dürfte zur Zeit neben der Tessiner Kantonalbank der grösste einzelne Kunde von B-Source sein. Der Abgang von BSI stellt das Geschäftsmodell der Avaloq-Tochter, das auf Skaleneffekten beruht, in Frage. Es dürfte nicht einfach sein, das Auftragsvolumen von BSI durch den Gewinn von neuen Kunden zu kompensieren.
 
Avaloq-Chef Francisco Fernandez gab heute der 'Finanz und Wirtschaft' ein längeres Interview (Paywall), kommentierte die 90-Millionen-Forderung gegenüber dem Kunden BSI aber nicht. Er dementierte die Geschichte aber auch nicht. Er sagte, das Geschäft mit Business Process Outsourcing (BPO) werde schneller wachsen als das Software-Geschäft. Im BPO-Modell erbringt der Dienstleister ganze Prozesse wie beispielsweise Zahlungsverkehr für den Kunden. (hc)