Es hat zu wenig IT-Lehrstellen

Über alle Branchen hinweg gibt es aktuell in der Schweiz mehr offene Lehrstellen, als Jugendliche, die sich für eine Lehre interessieren. Anders sieht das Bild jedoch in der Informatik aus, wie aus dem Lehrstellenbarometer des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI hervorgeht. Der Barometer basiert auf einer im April 2016 durchgeführten Befragung des Link-Instituts und zeigt wie sich die Anzahl der Lehrstellen und die Nachfrage entwickeln.
 
Im Vergleich zum April 2015 ist die Gesamtzahl der angebotenen Lehrstellen um rund 1000 gesunken. Der Anteil der Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, bleibt mit 26 Prozent auf konstantem Niveau. Hochgerechnet auf die Anzahl Jugendlichen, die sich für eine Lehrstelle interessieren, übertrifft das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage. Nicht jedoch in der Informatik.
 
Demnach gibt es rund 3000 Jugendliche, die derzeit im IT-Bereich eine Lehre absolvieren möchten, aber nur 2000 angebotene Lehrstellen. Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Wie das SBFI betont, basieren die Zahlen zur Informatik auf kleinen Stichprobengrössen. Gemäss ICT-Berufsbildung Schweiz schliessen in der Schweiz jährlich rund 2500 Jugendliche eine Lehre aus dem ICT-Bereich ab. Doch auch dies sei nicht genug, um den künftigen Bedarf an ICT-Fachkräften zu decken. Der Verband hat deshalb kürzlich die Aktion #366ICTlehrstellen ins Leben gerufen, mit der innerhalb eines Jahres 366 neue Lehrstellen für Informatik und Mediamatik geschaffen werden sollen. (kjo)