Kanadische Uni zahlt 15'000 Franken Lösegeld nach Cyber-Angriff

In einer Serie von Cyber-Angriffen auf Unternehmen in Nordamerika, darunter mehrere Spitäler und die NASA, hat es nun eine Universität in Kanada getroffen. Wie die University of Calgary mitteilt, wurden am 28. Mai mehrere Systeme durch Ransomware lahmgelegt. Unter anderem hatten die Angestellten der Uni keinen Zugriff mehr auf das E-Mail-System. Die Universität hat den Hackern Geld gezahlt, um die Kontrolle über ihr E-Mail-System zurückzuerlangen. Die Summe belief sich auf 20'000 kanadische Dollar, was umgerechnet rund 15'000 Franken entspricht.
 
Die Studenten, Professoren und anderen Mitarbeiter der Universität hatten zehn Tage lang keinen Zugriff zum E-Mail-System, während das IT-Team versuchte, das Problem zu beseitigen, so die Universität. Schliesslich habe die Uni das Lösegeld bezahlt, ohne Garantie, dass die Daten wieder zugänglich werden. Derzeit sei man daran, die erhaltenen Schlüssel zu prüfen. Es gebe keinen Hinweis, dass persönliche oder andere Daten der Universität öffentlich gemacht worden seien.
 
Die Entscheidung, Lösegeld an die Hacker zu zahlen, stiess auf Kritik. Indem sie der Forderung nachgegeben habe, habe die Universität von Calgary die Gefahr für andere Einrichtungen unnötig erhöht, sagte etwa der IT-Verantwortliche der Universität von New Brunswick, David Shipley.
 
Betroffene geben selten bekannt, wenn sie Lösegeld im Falle eines Ransomware-Angriffs bezahlen. Einer Umfrage der Cloud Security Alliance in den USA und der EMEA-Region zufolge würde ein Viertel der Unternehmen Lösegeld bezahlen, wenn sie angegriffen würden. 14 Prozent wären sogar bereit, mehr als eine Million US-Dollar zu bezahlen. Die Umfrage beschränkte sich nicht auf Ransomware sondern bezog sich auch auf andere Cyber-Angriffe wie DDoS-Attacken. (sda/kjo)