Leider Nein (austreten)

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.
 
"...berichteten Online-Medien" schreibt der Weltversteher im auf echtem Zeitungspapier gedruckten und von einem lebenden (aber schaurig unterbezahlten) Zeitungsverträger Morgens um halb sechs in den Briefkasten spedierten Leib- und Leitblatt der Mächtigen und Intellektuellen und meint damit: "Die haben keine Ahnung, die recherchieren nicht, sondern schreiben das nur so dahin oder woanders ab."
 
Und natürlich "brüstet sich der Bankräuber im Internet", genauso wie sich IS-Terroristen "im Internet" bekennen, Putschgeneräle digital "im Internet" putschen, anstössige Filmchen von Promis "im Internet" auftauchen, man "im Internet" Waffen, Drogen, Menschen, Kreditkartennummern, Identitäten, ganze Heerscharen von Sklaven-Computern und -Servern, Malware, verbotenes Filmmaterial und die Mobile-Nummer von Miss Schwamendingen kaufen kann und Kinder und Jugendliche "im Internet" zu Fanatismus und Abhängigkeit verführt werden.
 
Die Sache ist klar: Dieses "Internet" und sowieso die "Online-Medien" sind ein Sumpf, unter dessen dunkler Oberfläche Unwissen, Verbrechen und Dummheit brodeln. Im besten Fall. Und ""Online-Medien" sind eh anrüchig. So anrüchig, dass man sie nie zu zitieren braucht, wenn man sich bei ihnen bedient, selbst dann nicht, wenn man den armen Abteilungsdrucker in der Redaktion mit massenhaften Ausdrucken von Artikeln aus unserem Archiv geplagt hat, bis er röchelnd weissen Rauch ausgestossen hat.
 
Früher, als die Werke der grossmächtigen Printjournalisten noch gelesen wurden, war alles besser. Man verdiente mehr, konnte wochenlang an einem Artikeli chnüble, man hatte sowieso recht, weil Fakten nur durch den Griff zum viereinhalb Kilo schweren Band Se bis St im ganz grossen Brockhaus auf dem obersten Tablar im Büchergestell gecheckt werden konnten, während heute jeder Tubel in Wikipedia nachschauen kann und deshalb den faktischen Fehler gleich sieht.
 
Früher, als es diese "Online-Medien" mit ihren Tieflohn-Praktikanten (aka "Kindersoldaten") noch nicht gab, war alles besser. Wir sollten austreten, aus diesem "Internet". (Christoph Hugenschmidt)
 
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