Funktioniert OSS für die Stadt Bern?

Eine Potenzialanalyse soll die technische Machbarkeit eines Open-Source-Arbeitsplatzes überprüfen. Für das Projekt hat der Berner Stadtrat einen Kredit in Höhe von 843'000 Franken bewilligt.
 
Für das Projekt "Potenzialanalyse Open Source Software" (POTOSS) hat der Berner Stadtrat einen Kredit in Höhe von 843'000 Franken bewilligt. Damit soll geprüft werden, wie und ob Microsoft und andere proprietäre Software abgelöst werden und für die Stadtverwaltung ein Open Source Client entwickelt werden kann.
 
Mit dem nun genehmigten Geld führen die IT-Dienste der Stadt Bern mit externen Open-Source-Fachleuten dieses und nächstes Jahr mehrere Pilotprojekte durch, um die technische Machbarkeit eines Open-Source-Arbeitsplatzes zu prüfen, schreibt CH Open. Ob ein langfristiger Nutzen resultiert, oder ob Geld eingespart werden kann, lässt sich noch nicht sagen.
 
Neue Clients in Bern
Gleichzeitig gab es vor dem Wochenende diverse Zuschläge in Höhe von insgesamt rund 2,5 Millionen Franken für die neuen IT-Arbeitsplätze in Bern. Mit dem Projekt CLIMB (Client Migration Bern) werden im Frühjahr 2017 die bestehenden Arbeitsplätze abgelöst. Dazu gehören etwa die Desktops, Notebooks sowie Thin Clients. Aufträge wurden unter anderem auch für das Rollout und die Mitarbeiterschulung vergeben.
 
Wie aus dem Vortrag zur Potenzialanalyse hervorgeht, will der Gemeinderat Bern, dass im Rahmen von CLIMB mindestens fünf Applikationen auf OSS umgestellt werden. Dazu gehört beispielsweise der Aufbau einer OSS-Plattform für die Services Mail, Kalender, Aufgaben- und Notizverwaltung. Es soll also eine Alternative zu Microsoft Outlook und MS Exchange entstehen. Auch die Server-seitige Implementierung der Fachanwendung CMI Axioma (Geschäftsverwaltung) auf einer OSS-Plattform solle getestet werden. Zudem wolle man eine Open Source Virtualisierungs-Umgebung als Alternative zur bestehenden Citrix-Plattform für die Einbindung von bereits virtualisierten Anwendungen aufbauen. Wie CH Open weiter schreibt, könne so der städtische Informatikdienst wichtiges Knowhow zur Senkung von Herstellerabhängigkeiten aufbauen.
 
Der grösste Teil der veranschlagten gut 840'000 Franken wird für die externe Beratung benötigt: 436'000 Franken werden für einen externen Projektleiter sowie zwei OSS-Berater budgetiert. Über die Realisierungskosten ab 2018 können heute noch keine Aussagen gemacht werden. Sie gehen aber mit Sicherheit in die Millionen, heisst es weiter. Es lasse sich auch nicht sagen, ob ein langfristiger Nutzen oder Einsparungen resultieren werden. (kjo)