Swift meldet wieder einmal Hackerattacken auf Banken

Banken sollen ihre Transaktionssysteme endlich auf den neusten Stand bringen, fordert die Genossenschaft Swift.
 
Seit Ende April ist bekannt, dass der Angriff auf die Zentralbank von Bangladesch - einer der grössten Betrugsfälle in der Geschichte des Internets - in engem Zusammenhang mit dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift steht. Damals hatte Cyberkriminellen 81 Millionen Dollar erbeutet, indem sie die Software Access Alliance von Swift kompromittierten. Seither wurde immer neue Fälle bekannt. Jetzt spricht Swift selbst von weiteren Hackerattacken. In einem Brief an seine Mitglieder teilt sie mit, dass weitere Banken in verschiedensten Ländern Geld verloren hätten. Das berichtet jedenfalls die Nachrichtenagentur Reuters, der das Schreiben nach eigenen Angaben vorliegt.
 
Demnach geht Swift von einer dauerhaften Bedrohung aus. Die Kriminellen passten sich an neue Gegebenheiten bei den Banken an, warnte die in Brüssel ansässige Genossenschaft. Wie viel Geld die Hacker inzwischen erbeutet haben, wurde zwar nicht ausgeführt. Doch forderte der Dienstleister die Geldinstitute auf, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Dabei geht es unter anderem um die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung in der Kommunikation, die Swift inzwischen um zusätzliche Tools erweitert hat.

Als gemeinnützige Genossenschaft hatte Swift aber bisher kein Druckmittel, um die Umsetzung der Empfehlungen bei seinen Mitgliedern zu erzwingen. Jetzt wird in dem Brief an die Mitglieder darauf hingewiesen, dass die neuste Swift-Software bis zum 19. November installiert sein sollte. Denn ab dann könne man jene Mitglieder, die nicht auf dem aktuellsten Stand sind, an Aufsichtsbehörden oder andere Finanzinstitute melden. (vri)