Plattform will Schwachpunkte der Digitalisierung aufzeigen

Muss man den Grad der Digitalisierung der Schweiz messen? Kann man?
Ja, sagt der ICT-Dachverband ICTswitzerland und präsentiert die Plattform digital.swiss. Diese bringe den Stand der Digitalisierung in der Schweiz auf den Punkt und lade jedermann zur Diskussion ein, so die Verantwortlichen.
 
Gemessen wird die Digitalisierung mit Hilfe eines Indexes und einer eigens entwickelten Scorecard in 15 Themenbereichen wie Basisinfrastruktur, internationale Wettbewerbsfähigkeit oder Industrie 4.0.
 
Unterstützt von Accenture Digital setzt die Plattform digital.swiss stark auf Grafiken und bunte Ampelfarben und nicht auf wortlastige Erläuterungen.
 
18 bis 95 Prozent digitalisiert
Nur gerade 18 Prozent sei der Stand der Digitalisierung bei "Industrie4.0" heisst es da in Signalrot, während am anderen Ende des Spektrums die "Basisinfrastruktur" frühlingsgrün bei 95 Prozent leuchtet.
 
Die Scorecards bauen auf einer "digitalen Agenda 2.0" auf und wurden erstellt von einer breiten Koalition aus 100 Experten unterschiedlicher Herkunft - von economiesuisse bis zum Medienhaus Ringier, vom Verband Asut bis hin zur Hasler Stiftung.
 
Umfrageergebnisse ergänzen die Scorecards. "Über 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sehen die Digitalisierung als Chance für Wirtschaft und Gesellschaft", heisst es, aber im Detail zeigt sich, dass die Gesellschaft eher skeptisch ist: Die "Adoptionsbereitschaft für neue Informations- und Kommunikationstechnologien" liegt offenbar bei nur 35 Prozent.
 
Was nun?
Können Prozentzahlen und bunte Farben die Skeptiker zu Diskussionen anregen oder gar zu Ideen und Forderungen inspirieren? Dies bleibt abzuwarten.
 
Ebenso wie aussagekräftig und relevant es ist, wenn sich die Schweiz in "Industrie 4.0" von 18 auf 19 Prozent steigern sollte.
 
Sicher ist, dass sich die Romands und die Tessiner kaum beteiligen werden, ist doch digital.swiss nur in Deutsch und englisch gehalten. (mag)