Noch ein Stolperstein beim UCC-Projekt im VBS

Der IT-Dienstleister der Armee findet nur für einen Teil des Projekts "Betrieb UCC" Auftragnehmer. Einige Lose mussten abgebrochen werden und sollen neu ausgeschrieben werden.
 
Es gibt einen weiteren Stolperstein beim Projekt "Unified Communication and Collaboration" beim der Armee. Der IT-Dienstleister der Armee, die Führungsunterstützungsbasis (FUB) musste eine Ausschreibung für den "Betrieb UCC" teilweise abbrechen. Dies geht aus einer Publikation auf 'Simap' hervor. Das Projekt wurde im Mai 2016 ausgeschrieben. Gesucht wurden, auf mehrere Lose verteilt, externe Mitarbeiter im Personalverleih unter anderem für die Systemüberwachung, das Incident Management, den Betrieb PointSharp sowie das Risiko- und Sicherheitsmanagement. Der Teilabbruch erfolgte, weil für einzelne Lose keine Angebote eingegangen sind, erklärt das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) auf Anfrage von inside-channels.ch.
 
UCC unter dem strengen Blick der Finanzkontrolle
Das Projekt UCC ist Teil des Konzepts "ICT-Standarddienste" der Bundesinformatikstrategie und dient der Ablösung der ISDN-Festnetztelefonie durch eine UCC-Plattform. Das Projekt des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) gilt als ICT-Schlüsselprojekt, wird also von der Finanzkontrolle besonders genau beobachtet. Das Projekt geriet immer wieder in die Schlagzeilen, insbesondere weil es zu mehreren Verzögerungen kam, wie aus verschiedenen Berichten des EFK hervorgeht.
 
Die EFK hat insbesondere auch das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) respektive dessen Leistungserbringer FUB als Bremsklotz im Projekt eruiert. Im jüngsten EFK-Bericht, der im Juni publiziert wurde, hiess es, dass UCC etwa bei 45 Prozent der Verwaltungseinheiten ausgerollt und bei über 20'000 Nutzern in Betrieb sei. Mittlerweile sind es laut BBL 25'000.
 
Keine weiteren Verzögerungen
Ein Teil der Lose in der aktuellen Ausschreibung konnte nicht vergeben werden, weil entweder gar keine Angebote eingetroffen sind oder - bei einem Los der Fall - ein Muss-Kriterium nicht erfüllt wurde, so das BBL gegenüber inside-channels.ch. Die Leistungen im Bereich Telefonieservices, Spezialtelefonieservices, Betrieb PointSharp, DataPower, Architekur und DataPower Engineering können aber ab dem vierten Quartal 2016 bezogen werden. Die Zuschläge gingen an Swisscom, Go4Mobile und Innovation Process Technology und belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Franken. Bei allen sechs Zuschlägen handelt es sich um jeweils das einzige eingegangene Angebot, wie aus 'Simap' hervorgeht.
 
Der Teilabbruch, so das BBL weiter, habe keine weiteren Verzögerungen im UCC-Projekt zur Folge. Aus "heutiger Sicht" sei das Projektende per Ende 2017 realisierbar. Auch Mehrkosten sollen deswegen nicht entstehen. Die abgebrochenen Lose werden voraussichtlich aber neu ausgeschrieben, erklärt das BBL. (Katharina Jochum)