Im Reisswolf: Fax

Kolumnist Peter Wolf besucht ein Hightech-Spital.
 
Kürzlich war ich mit jemandem in einem Hightech-Spital und musste mit ansehen, wie die nachbehandelnde Ärztin versuchte, die schriftlichen Resultate eines früher erfolgten Tests zu entziffern. "Meinen Sie, das hier heisst 0,3 oder 0,8?". "Steht hier wohl 'positiv' oder 'negativ'?". Das Problem war, dass das Labor seine Resultate auf zeilenweise abwechselnd grau gefärbtem Papier gedruckt hatte und der vorbehandelnde Arzt der nachbehandelnden Ärztin diese Untersuchungsergebnisse gefaxt hat.
 
Gefaxt.
 
Wir schreiben das Jahr 2016, und Schwarzweiss-Fax wird immer noch als bevorzugte sichere Punkt-zu-Punkt-Kommunikation verwendet!
 
Was sich gleich anschliessend bewahrheitete: Als die Ärztin beim externen Labor anrief und um eine leserliche Kopie der Untersuchungsergebnisse per Mail bat, wurde ihr zuerst mal ein Fax geschickt, auf dem der Patient sein Einverständnis zur Datenherausgabe schriftlich bestätigen musste und das dann zurückgefaxt werden musste.
 
Man sollte angesichts all der hochgerüsteten Gerätschaften im Gesundheitswesen, die ja alle auch nicht mehr mit Dampf laufen, erwarten, dass auch die gesicherte Kommunikation untereinander ein bisschen moderner als mittels Fernkopierer geschieht. (Peter Wolf)
 
Peter Wolf (51) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.