Das gebeutelte Zuger AIO hat neuen Chef

Stephan Arnold ist neuer Leiter des Amts für Informatik und Organisation (AIO).
Im Januar 2017 tritt Stephan Arnold als "Super-CIO" im Kanton Zug an. Auf den bisherigen Organisations- und IT-Beauftragten des Nachbarkantons Luzern wartet viel Arbeit.
 
Der Kanton Zug hat die im Juni ausgeschriebene CIO-Stelle des Amts für Informatik und Organisation (AIO) mit dem 48-jährigen Stephan Arnold besetzen können. Das teilt Landammann Heinz Tännler mit. Bis Arnold seine neue Stelle Anfang Januar 2017 antritt, bleibe Ernst Portmann, Geschäftsführer der von den Zuger Gemeinden gegründeten Interessengemeinschaft Informatik (IGI) interimistischer Leiter des AIO, bestätigt der Kanton auf Anfrage.

Arnold steht vor der anspruchsvollen Aufgabe Ruhe in die zuletzt gebeutelte AIO zu bringen. Nicht nur hatte es in den letzten Jahren Millionen-teure IT-Flops gegeben, im Mai hatte auch der bisherige AIO-Chef René Loepfe laut Insidern nicht freiwillig sein Amt abgeben müssen. Kurze Zeit später hatte der frischgebackene Zuger Regierungsrat Tännler angekündigt, in der Informatik-Organisation des Kantons gründlich aufzuräumen.
 
Der neue IT-Chef soll laut Stellenprofil quasi als Super-CIO neben der operativen Leitung des AIO unter anderem eine kantonsweite IT-Organisation für die Verwaltung, Gemeinden, Schulen und Gerichte aufbauen, die kantonale E-Government-Strategie umzusetzen und eine neue IT-Infrastruktur einführen. Nicht zuletzt wird von ihm "Verständnis für politische Abläufe" und "Duchsetzungsvermögen" gefordert.
 
Erfahrener Troubleshooter
Die Voraussetzungen dazu bringt Arnold laut dem Kanton Zug mit. Der diplomierte Betriebsökonom hält ein Nachdiplom in Wirtschaftsinformatik und einen Executive Master of Business Administration (EMBA) der Hochschule Luzern. Er wechselt nach Zug aus Luzern, wo er seit 2009 arbeitet und zuletzt beim Finanzdepartement des Kantons Luzern die Abteilung Organisation und Gemeindefinanzen leitete.

Für Tännler ist Arnold der optimale künftige AIO-Chef. Bringt er doch Erfahrungen im Umgang mit Direktionen und Gemeinden mit, in der aktiven Gestaltung von Veränderungsprozessen in der IT und Führungserfahrung in der Arbeit eines übergreifenden Gremiums, das zentrale IT-Prozesse bestimmt. Zudem attestiert Tännler dem neuen IT-Chef Führungserfahrung, Führungswillen, fachliche Kenntnisse und integrative Eigenschaften.
 
Arnold kennt sich offensichtlich auch mit Troubleshooting aus. Denn er war als stellvertretender Projektleiter an der Umsetzung von Massnahmen beteiligt, die das Ergebnis von Administrativuntersuchungen wegen vorgefallener Unregelmässigkeiten in der IT gewesen seien, wie Tännler in der Mitteilung schreibt. Dort werden dann die diversen Erfahrungen aufgezählt, die Arnold gesammelt hat: Projektleiter bei der Überarbeitung der IT-Governance, Mitglied eines Gremiums, das unter anderem das IT-Portfolio des Kantons Luzern verantwortet, Interims-Chef der IT-Dienststelle und Beauftragter des Kantons, um gemeinsam mit den Luzerner Gemeinden eine E-Government-Strategie umzusetzen. (vri)