Im Reisswolf: Übel-setzungen, wirklich üble

Kolumnist Peter Wolf lässt von Übersetzungs-Apps eindeutschen, was diese am besten können.
 
Es gibt wohl keine Produktkategorie im App-Store, die anfälliger darauf ist, sich selber ins Knie zu schiessen als diejenige der Übersetzungs-Applikationen.
 
Beispiele gefällig? "DIE GARANTIE QUALITÄT Anwendung! 5 Sterne!
 
Überraschende Audioübersetzung durch FORTGESCHRITENE TECHNOLOGIE/ bietet ÜBERSETUNGEN IN EINIGE SPRACHEN" ist eine typische Kostprobe.
 
Sehr vertrauenerweckend für eine Applikation, die vier Franken kostet.
 
Und auch hier war vermutlich das eigene Produkt am Werk: "Schreiben Sie einfach das Wort oder der Ausdruck und entdecken Sie Übersetzungsvorschläge gepaart mit Anwendungsbeispiele auf nur einen Blick", preist sich ein fünf Franken pro Jahr kostender Dienst an, denn "Reverso Kontext bietet Ihnen eine riesige Auswahl an übersetzte Wörtern oder Ausdrucken".
 
"Die Übersetzer für Android hilft korrekte Aussprache von Wörtern ist es möglich, die übersetzten Texte zu hören." Diese radebrechende Beschreibung stammt von "Recommended Translator", der hoffentlich nicht sein eigener bester Kunde ist.
 
Die App "Übersetzer Stimme Übersetzung" verspricht: "Sie können ein Gespräch in jeder Sprache zu halten, mit Hilfe von Voice Translator, die Übersetzung verschiedener Texte und verwenden Sie die Schaltfläche, um Anwendung zu sprechen." Schön, dass auch noch folgendes im Angebot ist: "Ebenfalls korrigiert Rechtschreibung, Wortvorschlags, bewahrt die Geschichte mit Ihren neuesten Übersetzungen."
 
Auch der "Multi Language Translator Free" gibt ein Müsterchen seines Könnens ab: "Dieser Übersetzer-App ist ein Muss die Welt haben App für jeden Reisenden um." Und es geht sogar noch besser: "Holen Sie sich das Pro-Version des Übersetzers hier mit keine Anzeigen und 80 + Sprachen."
 
All diese hanebüchenen Eindeutschungen von Anbietern, die es eigentlich am besten können müssten, sollen jetzt nicht als billige Ausrede herhalten für all die anderen App-Entwickler, die sich ihre Produktbeschreibungen – oder noch viel schlimmer: ihre Benutzeroberflächen – ebenfalls automatisiert von solchen "Übersetzern" eindeutschen lassen! (Peter Wolf)
 
Peter Wolf (51) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.