Im Reisswolf: Fehlermeldungen

Kolumnist Peter Wolf fragt sich, was Admins sich so denken.
 
Wie wär's mal mit richtigen Fehlermeldungen? Etwa im Stile von "Sie haben nichts falsch gemacht, aber es geht trotzdem nicht"?
 
Wie sollen Leute, für die IT ein Neuland ist, sonst mitkommen? Bei den aktuellen Fehlermeldungen ist es kein Wunder, haben viele Anwender (beziehungsweise zum Anwenden Gezwungene) unnötig hohen Respekt vor dieser Geheimwissenschaft, wenn deren Hohepriester sich derart unverständlich ausdrücken.
 
Neulich antwortete ich auf eine Mail eines Mitarbeiters, der die Firma kurz zuvor verlassen hatte. Die Fehlermeldung, die ich erhielt, lautete aber nicht etwa "Arbeit war umsonst, Empfänger nicht mehr da, Mail wird nicht weitergeleitet".
 
Sondern: "Fehler bei der Nachrichtenzustellung. Der Empfänger kann diese Nachricht nicht empfangen, weil sie zu gross ist. Die maximal zulässige Nachrichtengrösse beträgt 1KB. Die vorliegende Nachricht weist jedoch eine Grösse von 16KB auf."
 
Ich habe dann versucht, mit einem alten SMS-Trick die Grösse meiner Textnachricht von 16KB unter 1KB zu drücken, indem ich alle Leerschläge im Text durch Grossbuchstabenwortanfänge ersetzte - hat aber leider nicht geklappt.
 
Scherz beiseite: Anscheinend gibt es Admins, die lieber ihre Benutzer verwirren und, statt den Account korrekt zu deaktivieren, einfach dessen Grösse auf einen lächerlichen Wert reduzieren. Was für eine Fehlermeldung das dann zurückspielt, und was der verwirrte User damit anfängt, ist ja wohl Wurst. (Peter Wolf)

Peter Wolf (51) beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Technik. Zuerst eher mechanisch durch Aufschrauben und Nachschauen, später vermehrt auch mit elektronischen Produkten und mit Services. Seit 1985 war er immer wieder mal bei Ringier beschäftigt, zuletzt als Trend Scout und Social Media Evangelist. Heute arbeitet er als Research Analyst bei e-foresight im Swisscom-Geschäftsbereich Banking und als Kolumnist und App-Tester für diverse Publikationen - unter anderem für inside-it.ch.