Zurich will bei der IT Abermillionen sparen

Bild: Zurich Investor Day Presentation 2016
Zurich Insurance räumt radikal auf: Inside-IT weiss, was der Versicherungskonzern bei IT-Infrastruktur, Applikationen und Dienstleistern einsparen will.
 
Zurich hat sich im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung neue Finanzziele gesetzt. Der seit März dieses Jahres amtierende Konzernchef Mario Greco zieht die Sparschraube an und gestaltet die Dividendenpolitik neu aus.
 
Die Zurich-Gruppe will laut einer Mitteilung ihre Nettoeinsparungen bis 2019 auf 1,5 Milliarden Dollar erhöhen und damit profitabler werden. Ursprünglich wollte der Versicherer bis 2018 rund eine Milliarde Dollar an Kosten reduzieren und dabei zirka 8000 seiner weltweit rund 55'000 Stellen abbauen.
 
Dieses nunmehr höhere Sparziel werde vorrangig durch eine umfassende Überprüfung von IT-Systemen, Verträgen mit Lieferanten, neuen Dienstleistungszentren sowie adjustierten Beschaffungsprozessen erreicht.
 
Aus Inside-IT vorliegenden Unterlagen der "Investor Day Presentation 2016" geht hervor, dass Zurich bis 2019 die Betriebskosten um bis zu 700 Millionen Dollar reduzieren will. Bei der IT-Infrastruktur sollen bis zu 150 Millionen, bei den Applikationen bis zu 250 Millionen eingespart werden.
 
Die Umstellungen im Detail
Die Versicherung plant die über 70 RZs von Anfang 2015 auf bloss noch acht strategische Zentren weltweit zu reduzieren. 35 Millionen will man allein mit der Reduktion der Network-Provider von heute über 140 auf bloss noch einen Lieferanten erreichen. Zudem will Zurich die User-Tools Up-to-Date bringen und sich für neue Technologien rüsten: konkret genannt werden eine hybride Cloud, Big Data und automatisierte Prozesse. Als Beispiel für Letzteres wird Procure-to-pay erwähnt.
 
Alleine in Deutschland betreibt das Unternehmen laut Unterlagen eine komplexe und veraltete IT-Landschaft mit 19 Core-Systemen. Diese sollen auf bloss noch drei verringert werden. Der Konzern will zudem die IT-Applikationen vereinheitlichen: Statt heute knapp 3000 Anwendungen, will Zurich eine einheitliche Landschaft, die Sharing erleichtert. Auf Nachfrage gab die Firma an, in den nächsten drei Jahren mindestens 500 Anwendungen loswerden zu wollen. Ebenso soll es den überzähligen Schnittstellen an den Kragen gehen.
 
Das Unternehmen will sich stärker auf interne Ressourcen stützen, statt die Aufgaben per Outsourcing zu vergeben. Man will künftig schneller und agiler bei der Softwareentwicklung sein, erklärt Zurich gegenüber inside-it.ch. Fragen zum Kostentanteil von Maintenance & Operations am gesamten IT-Budget wollte der Versicherer nicht beantworten.
 
Die Aktien des Versicherungskonzerns sind heute in einem leicht freundlichen Marktumfeld um rund drei Prozent gestiegen. (Thomas Schwendener / sda)