Avaloq dementiert Liquiditäts-Probleme

Steckt Avaloq in einem Liquiditätsengpass? Dies jedenfalls schreiben 'Finews' und 'Inside Paradeplatz' und berufen sich auf anonymen Quelle. Der Banken-Software-Hersteller sei auf Geldsuche, um seine globale Expansionsstrategie zu finanzieren. Im Gespräch sei man mit der Private-Equity-Gesellschaft KKR.
 
Und es gebe "Zeichen einer sich rasch verschärfenden Krise". Möglicherweise drohe der Raiffeisen, die 10 Prozent von Avaloq erworben hat und kurz vor der Avaloq-Einführung steht, gar ein Totalausfall.
 
"Wir möchten uns vom Inhalt des Artikels auf 'Inside Paradeplatz' ausdrücklich distanzieren", erklärt Avaloq gegenüber inside-it.ch.
 
Und die 'NZZ' ergänzt, Avaloq habe Kunden wie Mitarbeiter darüber informiert, es gebe keinen Liquiditätsengpass. Ein Mailing mit diesem Inhalt ging offenbar auch an die Mitarbeiter der Raiffeisen-Gruppe.
 
Diese wiederum meldet, es gebe bei Avaloq keine Anzeichen eines Liquiditätsengpasses.
 
Gleichzeitig ist klar, dass sich Avaloq in einer schwierigen Phase befindet. Die Expansionsstrategie bindet viele Ressourcen. Und immer wieder macht man Negativ-Schlagzeilen, die finanzielle Aspekte beinhalten. Ein Avaloq-Kenner sagt gegenüber inside-it.ch, die Trennung von der deutschen Bank BHF koste "richtig, richtig Geld" und die Entwicklung der Avaloq Front Platform sei "superteuer". Der Verlust der BSI dürfte ebenfalls schwer wiegen, wenn auch finanziell wohl nicht auf einen Schlag.
 
Gleichzeitig konnte Avaloq mit aktuell rund 2500 Mitarbeitenden im letzten Jahr zwar 500 Millionen Franken Rekordumsatz vermelden, aber in diesem Jahr noch keine wichtigen Neu-Kunden. (Marcel Gamma)