R3-Blockchain-Konsortium verliert weitere Banken

Vor einem Jahr haben sich mehrere Banken, darunter Goldman Sachs, UBS und Credit Suisse, zum R3-Konsortium zusammengeschlossen, um den Einsatz der Blockchain-Technologie zu prüfen. Mittlerweile ist das New Yorker Unternehmen, das sich um die Shared Services der Mitglieder kümmert, auf über 70 Institute gewachsen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass das R3-Gründungsmitglied Goldman Sachs das Konsortium verlasse. Auch die Banco Santander ist laut 'Reuters' ausgestiegen. Nun hat R3 weitere Mitglieder verloren. Auch Gründungsmitglied Stanley Morgan sowie die National Australia Bank werden sich nicht länger am Konsortium beteiligen, wie ebenfalls 'Reuters' berichtet.
 
Die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gehören zu den Gründungsmitgliedern von R3. Bei der CS hat man "keine Pläne auszusteigen," wie ein Sprecher gegenüber inside-it.ch sagt. Man werde weiterhin dabei bleiben. Bei der UBS wollte man unsere Frage diesbezüglich nicht kommentieren.
 
Finanzierungs-Modalität geändert
Sowohl Santander als auch Goldman sind Investoren von Digital Asset Holdings, ein konkurrierendes Blockchain-Startup. Dies sei laut 'Fortune' ein Mitgrund für den Ausstieg der beiden Institute. Ausserdem habe man bei Goldman nicht erwartet, dass sich über 70 Mitglieder in das Konsortium zwängen werden. Die wachsende Anzahl von Mitglieder und konkurrierende Interessen hätten die Verhandlungen erschwert, sagt ein Insider zum Finanz-Magazin.
 
Laut 'Reuters' geschieht der Ausstieg von gleich mehreren Mitgliedern auch vor dem Hintergrund einer Änderung der Finanzierungsmodalitäten. Ursprünglich war geplant, dass die Mitglieder im Gegenzug für ihr Investment in das Konsortium gemeinsam 90 Prozent der Aktienanteile der Firma erhalten. Zehn Prozent der Anteile hätten bei R3 verbleiben sollen. Eine entsprechende Finanzierungsrunde wurde im Mai gestartet. Nun wurde das Ziel ursprüngliche von 200 auf 150 Millionen Dollar heruntergesetzt. Die Banken erhalten ausserdem gemeinsam 60 Prozent der Aktienanteile der Firma im Gegenzug für ihr Investment, wie 'Fortune' weiter schreibt. (kjo)