Zürich rückt unter Europas Top-Tech-Hubs vor

Quelle: Atomico
Hier wachse die nächste Generation von Innovatoren heran, besagt ein VC-Report.
 
Plus eine Milliarde US-Dollar auf 13,6 Milliarden pro Jahr. Um diese Summe steigen die Investitionen in Tech-Firmen 2016 in Europa im Vergleich zum Vorjahr. Dies besagt ein neuer Report der in England beheimateten Venture-Capital-Firma Atomico.
 
Dies sei Rekord, meldet 'Reuters'. Doch kommen wir zuerst zu den nackten Zahlen: Während sich die Tech-Investitionen in Spanien oder Holland stabilisieren oder gar sinken, steigen sie in der Schweiz stark an: von 264 Millionen Dollar 2015 im Jahr auf 610 Millionen. Ebenso stieg die Anzahl Deals laut Atomico stark (s. Grafik oben).
Obenaus schwingen die traditionellen Länder England und Deutschland, aber auch in Frankreich und Schweden wachsen die Investitionen nach wie vor stark.
 
Kritisiert wird im Bericht vor allem die Risikofeindlichkeit von Pensionskassen in ganz Europa.
 
Zu den auffälligsten Profiteuren in Europa insgesamt gehört neben den Hubs München und Madrid laut dem Report Zürich. Die Zahlen und Ratings seien für diese Städte "extrem positiv". "Passen Sie auf Zürich auf: Hier wächst die nächste Generation von Innovatoren und Disruptoren heran."
 
Zürich zieht Talente an
Der Aufstieg Zürichs manifestiert sich zum einen in der Beliebtheit: Die Stadt gehört neu zu den zehn bevorzugten Tech-Hubs in Westeuropa. Dafür verantwortlich sind unterschiedliche Faktoren, unter anderem punktet Zürich auch bei der Lebensqualität. Im weltweiten Vergleich kann nur gerade München mithalten, während San Francisco oder Hong Kong im hinteren Mittelfeld dümpeln.
 
Auch was die Anzahl von Entwickler - ob Backend- oder Frontend-Entwickler - angeht, rückt Zürich vor. Aktuell steht "Downtown Switzerland" auf Rang 13 in Europa, wenn auch noch weit hinter den Spitzenreitern London, Berlin und Paris.

Auffällig ist, dass letztere drei gemeinsam mehr Developer beherbergen als das Silicon Valley. Innerhalb der Hubs wächst die Zahl an Talenten, die in Grossbritannien einwandern am schnellsten. Die Schweiz rangiert immerhin auf Rang sieben in Europa, was die Informatik-Migranten betrifft.
 
Der Report "The State of European Tech. 2016 Edition"thematisiert auch die Frauenfrage, seien es doch Frauen, welche die Tech-Community in Europa vorantreiben. Grossbritannien und Finnland schwingen hier obenaus, die Schweiz ist überhaupt nicht nennenswert.
 
Die Quellen des Berichts sind je nach Aspekt von sehr unterschiedlicher Herkunft und die Daten mit unterschiedlich tauglichen Methoden erhoben. Entsprechend schwer zu beurteilen ist das vollmundige Fazit des Berichts: "die Zukunft wird in Europa erfunden". (Marcel Gamma)