Internationales Netzwerk für Phishing aufgedeckt

Ermittlern aus rund 40 Staaten ist ein Schlag gegen Datendiebstahl und Internetbetrug gelungen. Mit der Operation "Avalanche" sei die wohl weltweit grösste Infrastruktur zum Betrieb von Botnetzen aufgedeckt worden, meldeten deutsche Justizbehörden am Donnerstag.
 
Zuletzt habe der Schwerpunkt der Kriminellen darin gelegen, Online-Banking-Kunden zu schädigen, teilten die Staatsanwaltschaft Verden (Niedersachsen) und die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Lüneburg mit. Auch das FBI und andere US-Behörden seien an der Aktion beteiligt gewesen.
 
Allein aus der Führungsebene des kriminellen Netzwerks haben die Ermittler in einer international koordinierten Aktion 16 Beschuldigte identifiziert, hiess es. Sie gehören zu einem international agierenden Ring von Betrügern, die seit mindestens 2009 die Infrastruktur mit dem Namen "Avalanche" für Phishing-, Spam-Kampagnen und Bankbetrug nutzen. Analysen hätten ergeben, dass rund 20 verschiedene Botnetze diese Infrastruktur nutzten.
 
Wöchentlich seien mehr als eine Million Spam- oder Phishing-Mails mit schädigendem Anhang oder Link verschickt worden. Durch Anklicken wurde der Computer infiziert und Teil von "Avalanche". Laut dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden durch das Botnetz hunderttausendfach private und geschäftliche Computer mit unterschiedlicher Schadsoftware infiziert.
 
In zehn Ländern gab es zeitgleich Durchsuchungen, Festnahmen, Beschlagnahmungen von Servern und Domains. Die Tatverdächtigen sollen aus zehn verschiedenen Ländern kommen. Die Schweiz war an der Aktion nicht beteiligt, wie bei Fedpol auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'sda' verlautete. Auf Basis der vorliegenden Anzeigen wird die Schadenssumme derzeit auf rund sechs Millionen Euro aus 1336 Taten beziffert. Der tatsächliche Schade dürfe weit höher liegen, hiess es. (sda/kjo)