ERP-Anwender wünschen mehr Mobile und mehr Security

Gesamtzufriedenheit mit 47 Anbietern und ihren Systemen (Bild: Trovarit).
Eine deutsche Studie nennt Stärken und Schwächen von ERP-Systemen und dürfte Schweizer Anbieter freuen.
 
Das Generelle zuerst: das Zufriedenheitsniveau von Anwendern mit ihren ERP-Systemen ist und bleibt stabil, das zeigt die neueste Studie "ERP in der Praxis 2016" der deutschen Trovarit, die 47 unterschiedliche Systeme betrachtet.
 
In den Details hingegen zeigen sich Unterschiede zwischen den 2600 vom Marktanalysten befragten Anwender-Unternehmen. Sie stammen und aus vielen Branchen und Unternehmensgrössen. 15 Prozent der Teilnehmer stammen aus der Schweiz.
 
In diesem heterogenen Markt, unterscheidet die Studie die Kundenzufriedenheit nach Faktoren wie Grösse und Komplexität der Installation beim Kunden, zudem nach dem implementierbaren Funktionsspektrum, Abbildbarkeit von komplexen Unternehmensstrukturen bis hin zu Mehrsprachigkeit und Regionalisierung.
 
Die Erfolgsgeheimnisse seien, so interpretiert die Studie, folgende drei Faktoren, die vor allem kleinere Anbieter besser nutzen sollen: Erstens seien schlankere und branchenbezogene ERP-Systeme weniger komplex. Bei Kleineren sei zweitens das User Interface besser und drittens die Kundenbeziehung enger.
 
Umgekehrt betrachtet: Je grösser und komplexer eine ERP-Installation ist, desto schwieriger scheint es, die Kunden zufriedenzustellen.
 
Unerfüllte Wünsche nach Mobile-Versionen
Welche Schwächen stellt die Studie fest? Die Mobile-Fähigkeit steht hier an der Spitze der Mängel für Anwender. "Die Erwartung ist ganz offenbar in Richtung einer einfachen (Touch-)Bedienung über Apps auf dem Smartphone bzw. Tablet PC", so die Autoren.
 
Allerdings werde es noch einige Jahre dauern, bis diese Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf breiter Front geschlossen werden kann.
 
Eine weitere Schwäche dürfte die ERP-Anbieter wohl kaum überraschen: ungenügende, missverständliche oder ganz fehlende technische Dokumentation beziehungsweise eine Anleitung für Anwender.
 
Die dritte genannte Schwäche sei die "internationale Einsetzbarkeit der ERP-Software", also mangelnde Mehrsprachigkeit und Möglichkeit, unterschiedliche Rechtsfragen abzubilden.
 
Hoffnungen setzen die Anwender speziell in Investitionen seitens ERP-Anbieter bei "Daten-/Informationssicherheit", welche 80 Prozent der Teilnehmer als "sehr bzw. äusserst relevant" betrachten, dann "Usability / Software-Ergonomie" und das Management der zunehmenden Vernetzung der ERP-Software über Schnittstellen.
 
Schweizer Anbieter können sich freuen
Die Schweizer ERP-Anbieter sind in der Studie zwar nicht vollzählig vertreten, aber dürften sich darüber freuen, dass Trovarit feststellt, der Markt werde nach wie vor "deutlich von regionalen Anbietern mitgeprägt". Sieht man sich an, welche Rolle die Wahl der richtigen ERP-Lösung im Zuge der Digitalisierung spielt, dürften Anbieter nicht zu lange mit der Erfüllung von Kundenwünschen und -hoffnungen warten.
 
Übrigens: Einen Podestplatz in der Gesamtbeurteilung erhielten die Krienser Opacc, gut benotet ist auch Tosca. (mag)