Credit Suisse schnallt sich den Gürtel noch enger

Stellen von internen und externen IT-Mitarbeitenden werden noch wackliger.
 
Die Grossbank Credit Suisse hat anlässlich ihres Investorentags 2016 heute bekannt gegeben, dass sie ihr bereits laufendes Sparprogramm weiter verschärfen will. 2015 betrugen die operativen Kosten noch 21,2 Milliarden Franken. Bis 2018 sollten sie nach der bisherigen Planung auf unter 18 Milliarden Franken fallen. Nun will die Bank ihre Kosten bis 2018 sogar auf unter 17 Milliarden Franken drücken. Statt etwa 3,2 Milliarden Franken pro Jahr sollen also netto rund 4,2 Milliarden Franken gespart werden. Brutto wird sogar noch mehr eingespart werden müssen. In den genannten Zahlen sind zwar Restrukturierungskosten ausgeklammert, nicht aber Investionen in Wachstumsgebiete oder verstärkte Kontrollmechanismen. Dieses Jahr betragen diese 500 Millionen Franken.
 
Zur laufenden Sparübung gehört ein Stellenabbau bei festangestellten Mitarbeitern, vor allem aber sind externen Mitarbeitende wie Consultants und über Temporärfirmen angestellte Contractors im Visier. Viele von ihnen sind für die Bank im IT- und Operationsbereich tätig. Dieses Jahr wurden bis Anfang November insgesamt rund 5400 Vollzeitstellen abgebaut, davon aber laut NZZ nur 623 Stellen von Festangestellten.
Details darüber, wie das verschärfte Sparziel erreicht werden soll, gab Credit Suisse kaum bekannt. Es ist aber stark anzunehmen, dass auch in den kommenden beiden Jahren mehr Stellen gestrichen werden, als bisher geplant.
 
Wie viele Stellen kostet das?
Natürlich ist Kostenreduktion nicht eins zu eins mit Stellenstreichungen gleichzusetzen. Aber das Bankmanagement selbst stellt, zumindest in der Kommunikation mit Investoren, diesen Aspekt stark in den Vordergrund.
 
Bis zum vergangenen Sonntag, so sagte die Bank heute, sei die Zahl der abgebauten Stellen auf 6050 gestiegen, bereits mehr als man für das Jahr 2016 angestrebt habe. Die operativen Kosten würden dieses Jahr geschätzte 19,6 Milliarden Franken betragen, rund 200 Millionen weniger als ursprünglich angepeilt.
 
Die Restrukturierungskosten betragen gemäss den Unterlagen dieses Jahr rund 600 Millionen Franken. Drei Viertel davon sind Kosten für den Stellenabbau. 2017 werden die Restrukturierungskosten auf weitere 600 Millionen, für 2018 auf 300 Millionen Franken geschätzt.
 
Darüber, wie viele Stellen in den kommenden zwei Jahren insgesamt oder in der Schweiz wegfallen könnten, äusserte sich Credit Suisse nicht. Auch dazu, wieviel Einsparungen andere Massnahmen bringen könnten, gab die Bank nicht bekannt. Das lässt Raum für Spekulationen. 'Inside Paradeplatz' glaubt, dass die Einsparungen fast nur über Stellenstreichungen erreichbar sind, und diese hauptsächlich Credit-Suisse-Angestellte in der Schweiz betreffen werden. Eine Milliarde an zusätzlichen Einsparungen bedeute, dass auch rund 4000 Stellen zusätzlich wegfallen müssten.
 
Bei der Credit Suisse (Schweiz), die am 20. November den Betrieb aufgenommen hat und mit rund 6500 Angestellten das Retailbankinggeschäft hierzulande übernimmt, sollen zwar "nur" zusätzlich 200 Millionen Franken gespart werden. Aber hierzulande arbeiten auch viele Credit-Suisse-Angestellte für andere Teile der Credit-Suisse-Gruppe. (Hans Jörg Maron)